Politik

Linke-Politikerin tritt ab Wagenknecht will nicht mehr Fraktion führen

Nach dem Rückzug aus der Führung ihrer Bewegung "Aufstehen" will Sahra Wagenknecht auch nicht mehr die Fraktion der Linken im Bundestag leiten. Aus Fraktionskreisen gibt es einen ersten Hinweis für die Gründe.

Die Fraktionschefin der Linken im Deutschen Bundestag, Sahra Wagenknecht, kandidiert nicht erneut für das Amt. Die turnusmäßige Neuwahl der Fraktionsspitze steht im Herbst an. Bis dahin will Wagenknecht allerdings ihren Posten behalten.

In einem Schreiben, das der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, begründete Wagenknecht ihre Entscheidung mit gesundheitlichen Problemen. Zuvor hatte sie demnach den Fraktionsvorstand informiert. Andere Medien hatten aus Fraktionskreisen erfahren, dass gesundheitliche Gründe für die Entscheidung maßgeblich waren.

Am Wochenende war bekanntgeworden, dass die 49-Jährige sich auch aus der Führung ihrer linken Sammlungsbewegung "Aufstehen" zurückziehen will. "Wir brauchen eine Neuaufstellung an der Spitze von "Aufstehen"", sagte Wagenknecht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Die Parteipolitiker sollten sich zurücknehmen, das betrifft auch mich selbst. Sie waren mit ihren Erfahrungen anfangs notwendig. Aber jetzt ist es richtig, Verantwortung abzugeben."

Linken-Chef respektiert Entscheidung

"Ich respektiere die persönliche Entscheidung von Sahra Wagenknecht", sagte der Vorsitzende der Linken, Bernd Riexinger. "Natürlich werden wir jetzt in den Gremien beraten, wie es nach der Neuwahl des Fraktionsvorstandes im September weitergeht." Riexinger fügte hinzu: "Ich hoffe, dass Sahra Wagenknecht der Linken als wichtiges Gesicht weiter zur Verfügung steht." In ihrer Partei stand Wagenknecht aus unterschiedlichen Gründen in den vergangenen Monaten wiederholt in der Kritik.

Wagenknecht hatte in den vergangenen zwei Monaten bereits aus Krankheitsgründen pausiert und deshalb auch beim Linken-Parteitag in Bonn gefehlt. Auf Facebook versicherte sie am Sonntag, sie werde die Bewegung weiter mit aller Kraft unterstützen. Der "FAS" sagte sie: "Aber ich muss auch sehen, welches Arbeitspensum ich schaffe. Dass ich jetzt zwei Monate krankheitsbedingt ausgefallen bin, hatte auch mit dem extremen Stress der letzten Jahre zu tun. Da muss ich eine neue Balance finden."

Wagenknecht hatte im Oktober 2015 gemeinsam mit Dietmar Bartsch den Fraktionsvorsitz übernommen. Zuvor war sie bis 2014 stellvertretende Parteichefin und ab 2011 auch Fraktionsvize. Mitglied des Bundestages ist Wagenknecht seit 2009. Von 1991 bis 2010 war sie Mitglied der als extrem links eingestuften Kommunistischen Plattform in ihrer Partei. Verheiratet ist Wagenknecht mit dem früheren Linken-Spitzenpolitiker und einstigem SPD-Chef Oskar Lafontaine.

Quelle: n-tv.de, kst/dpa/AFP

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