Politik

Protokollbruch vorm Weißen Haus Warum Biden vor geschlossenen Türen stand

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Joe und Jill Biden vor dem Weißen Haus - die Tür dahinter blieb zunächst geschlossen.

(Foto: AP)

Zehn Sekunden Wartezeit - und dennoch ein Protokollbruch. Als Joe Biden am Mittwoch erstmals das Weiße Haus betreten wollte, stand er zunächst vor geschlossenen Türen. Womöglich ist Biden daran nicht ganz unschuldig, nachdem ein Verantwortlicher kurzfristig entlassen wurde.

Gerade am ersten Tag als US-Präsident wird auf jedes Wort geachtet, auf jedes Detail. Das ging Joe Biden am Mittwoch nicht anders, als er um 12 Uhr mittags als Staatschef vereidigt wurde. Seine erste Rede im Amt, die Kleidung der First Lady Jill Biden, die geladenen Gäste - all das wurde von Presse und Experten genau beobachtet.

So blieb auch ein kleines Malheur nicht unbemerkt: Als Biden mit seiner Frau Jill nach der Vereidigung und einem Besuch des Soldatenfriedhofs Arlington das Weiße Haus betreten wollte, stand er vor verschlossenen Türen. Nur etwa zehn Sekunden habe dieser Moment gedauert, berichtet die "New York Times". Und doch hatte er seine eigene Geschichte.

Von einem Bruch des Protokolls spricht Lea Berman, die unter George W. Bush im Weißen Haus arbeitete, gegenüber der Zeitung. Denn eigentlich hätte die Tür für die Familie des Präsidenten geöffnet werden müssen, als diese vor dem Nordportal des neuen Wohnsitzes stand.

Der Wechsel des Staatschefs im Weißen Haus wird normalerweise unter großem Zeitdruck vollzogen. Bis 12 Uhr mittags am Tag der Vereidigung ist der scheidende Präsident Herr des Hauses, danach sein Nachfolger. Selbst wenn schon vorher die Umzugskisten gepackt werden, bleiben nur wenige Stunden, um den Regierungssitz vorzubereiten. In diesem Fall kam jedoch noch hinzu, dass der Chef-Hauswart, der normalerweise die Neuankömmlinge begrüßt, nur Stunden zuvor gefeuert worden war, wie die "New York Times" schreibt.

Vom Trump-Hotel ins Weiße Haus

Gegen 11:30 Uhr Ortszeit, also nur eine halbe Stunde vor Bidens Vereidigung, sei Timothy Harleth mitgeteilt worden, dass er nicht mehr gebraucht würde, zitiert die Zeitung Insider. Biden wollte demnach die Personalie neu besetzen, die sich etwa um Personalfragen des Weißen Hauses und dessen Budget kümmert.

Eigentlich handelt es sich nicht um einen politischen Posten. Harleth jedoch war zuvor ein Manager im Trump International Hotel in Washington. First Lady Melania Trump hatte ihn 2017 ins Weiße Haus geholt. Harleth selbst betonte zwar, dass seine Loyalität nicht einem bestimmten Präsidenten, sondern dem Amt gelte. Seine vorherige Tätigkeit machte eine Übernahme durch Biden jedoch höchst unwahrscheinlich.

Ob Harleths Entlassung ausschlaggebend für den Protokollbruch am Westportal des Weißen Hauses war, ist nicht ganz klar. Der Mini-Eklat scheint jedoch typisch zu sein für den chaotischen Machtwechsel, der von Trumps Unwillen geprägt war, seine Niederlage einzugestehen. So verweigerte der abgewählte Präsident seinem Nachfolger auch den traditionellen Empfang im Weißen Haus.

Inzwischen hat der neue Hausherr aber zumindest das Oval Office neu gestaltet. Dazu gehören nicht nur neue Bilder und Büsten, sondern auch, dass er einen Knopf vom Schreibtisch des Präsidenten verbannte, mit dem Trump sich eine Diät-Cola bringen lassen konnte.

Quelle: ntv.de, mli

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