Politik

Streit um Frankreich-Bahnstreiks Weihnachtschaos trifft deutsche Strecken

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Präsident Macron, wie ihn die Streikenden sehen: Die Regierung in Paris gibt bei der Rentenreform nicht nach. Die Weihnachtsreise dürfte für viele Franzosen ungemütlich werden.

(Foto: imago images/Hans Lucas)

Weil Paris bei der Rentenreform nicht klein beigibt, sehen Frankreich-Reisende einem turbulenten Weihnachtsfest entgegen: Weniger als die Hälfte der Züge sollen fahren. Auch Verbindungen von und nach Deutschland sind betroffen. Die Hardliner-Gewerkschaft weist die Verantwortung von sich.

Von den Streiks wegen der Rentenreform in Frankreich ist auch der Zugverkehr in Deutschland betroffen. Es gebe Ausfälle und Verspätungen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Wie viele es genau sind, wurde zunächst nicht bekannt. "Im Zeitraum vom 23.12.2019 bis 5.1.2020 ist nur eine sehr begrenzte Anzahl von Zugfahrten zwischen Frankreich und Deutschland möglich", heißt es auf der Webseite der Deutschen Bahn. In der Regel könnten sich Bahnkunden dort bis zu zwei Tage im Voraus über ihren Zug informieren und gegebenenfalls umbuchen. Betroffen sind demnach ICE- und TGV-Verbindungen zwischen Frankfurt und Paris beziehungsweise Marseille sowie zwischen Stuttgart und Paris.

Frankreich steht ein Bahnchaos zu Weihnachten bevor. Zwar haben einige Gewerkschaften für die Festtage zu einer Streikpause aufgerufen, die größte Bahngewerkschaft pochte aber auf eine Fortsetzung der Ausstände. Der Generalsekretär der Hardliner-Gewerkschaft CGT warf der Regierung vor, Öl ins Feuer zu gießen. Der Premierminister verhindere einen Waffenstillstand, weil er an den Plänen für die Rentenreform festhalte, sagte Philippe Martinez dem Sender LCI.

Jeder zweite Zug fällt aus

Der Notfallplan der Staatsbahn SNCF sieht vor, dass am 23. und 24. Dezember 41 Prozent der TGV-Schnellzüge garantiert sind. Rund 400.000 Menschen hätten für diese Tage einen Fahrschein gebucht. Gut die Hälfte von ihnen würde ihre Fahrt bestätigt bekommen; die anderen sind aufgerufen umzubuchen. Auch am Wochenende vor Weihnachten fahren nur rund 50 Prozent der Züge sicher.

Allerdings haben einige Gewerkschaften ihre Anhänger aufgerufen, die Ausstände über die Weihnachtszeit ruhen zu lassen. Er wünsche sich, dass die Eisenbahner seiner Gewerkschaft zu einer Streikpause aufrufen, damit sich an Weihnachten alle frei bewegen könnten, sagte der Generalsekretär der gemäßigten Gewerkschaft CFDT, Laurent Berger, dem Sender France Inter. Der Gewerkschaftsverband Unsa hatte seine Anhänger ebenfalls zu einer Unterbrechung der Streiks bei der Staatsbahn SNCF aufgefordert. Wie viele der streikenden Eisenbahner die Arbeit nun wieder aufnehmen werden, muss sich zeigen.

Die Proteste gegen die Rentenreform, ein Prestigeprojekt von Präsident Emmanuel Macron, dauern bereits seit gut zwei Wochen an. Der Bahnverkehr im gesamten Land ist seitdem massiv gestört, der Nahverkehr in Paris ebenfalls. Hunderttausende gingen bisher gegen die Pläne auf die Straße. Premierminister Édouard Philippe hatte am Donnerstagabend Gewerkschaftsvertreter getroffen - bei dem Gespräch zeichnete sich jedoch keine Lösung ab. Die Gespräche wurden auf Januar vertagt.

Quelle: ntv.de, mau/dpa