Politik

Sächsische AfD bröckelt Weiterer Abgeordneter verlässt Fraktion

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Wild will künftig die fraktionslosen Abgeordneten um Frauke Petry unterstützen.

(Foto: imago/Jens Jeske)

Von einst 14 AfD-Parlamentariern im sächsischen Landtag sind nur noch neun übrig: Auch Gunter Wild verlässt die Fraktion. Man müsse mittlerweile dem rechten Flügel huldigen oder sich in die Reihe der "Volksverräter" einreihen, begründet er seine Entscheidung.

Die AfD-Fraktion im sächsischen Landtag bröckelt weiter. In einer persönlichen Erklärung gab der Vogtländer Gunter Wild seinen Austritt bekannt. Die AfD aus den Gründungszeiten habe "leider nur noch sehr wenige Gemeinsamkeiten mit der AfD von heute", schrieb der 59-Jährige in einer persönlichen Erklärung, über die die Chemnitzer "Freie Presse" online berichtete. Die AfD ziehe mittlerweile Personen an, die das politische System der freiheitlich-demokratischen Grundordnung komplett stürzen wollten, so Wild. Nach dem Ausscheiden von Ex-Parteichefin Frauke Petry habe der rechte Flügel der Partei freie Fahrt. 

"Ab diesem Zeitpunkt wuchs der Druck, man solle sich entscheiden. Entscheiden, ob man Patriot ist und dem gestärkten rechten Flügel der AfD huldigt oder ob man sich in die Reihe der sogenannten 'Volksverräter' einreiht", so Wild in dem von der "Freien Presse" zitierten Schreiben. Er selbst könne nicht einfach so weitermachen. Wild kündigte an, künftig die fraktionslosen Abgeordneten um Petry zu unterstützen. In der AfD will er zunächst bleiben. Einen späteren Austritt schloss er aber nicht aus. Neben Petry und Wild haben auch der frühere sächsische AfD-Generalsekretär Uwe Wurlitzer und die Abgeordneten Kirsten Muster und Andrea Kersten der Fraktion den Rücken gekehrt.

Von vormals 14 AfD-Parlamentariern sind damit noch neun übrig. Eine Fraktion muss mindestens sieben Abgeordnete haben. Petry hatte am Donnerstag die Gründung der "Blauen Partei" und eines Bürgerforums mit dem Namen "Blaue Wende" bekanntgegeben.

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa

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