Politik

Merz verspricht Frischzellenkur "Werden viele neue Gesichter in der Führung haben"

Der designierte CDU-Parteichef Friedrich Merz geht nach seinem Sieg bei der Mitgliederbefragung in die Offensive. Die SPD wolle man überholen und die CDU durch "authentische Persönlichkeiten mit ganz konkreten Themen" nach vorne bringen.

Nach seinem Sieg bei der CDU-Mitgliederbefragung gibt der designierte Parteichef bereits den Kurs für die Erneuerung der Partei vor, um bei der nächsten Bundestagswahl wieder vor der SPD zu landen. "Ja, wir müssen an den Themen arbeiten, wir müssen aber auch an den dazugehörenden Personen arbeiten", sagte Merz im Interview mit ntv. "Die CDU war immer dann stark, wenn sie authentische Persönlichkeiten mit ganz konkreten Themen verbunden hat. Und das ist eine Aufgabe, der ich mich auch stellen werde."

Die SPD habe die Wahl gewonnen, weil sie einen konsequenten Wahlkampf, ausgerichtet auf einen früh festgelegten Kandidaten, gemacht habe. "Es war vor allem das Vertrauen in die Person, das der SPD diesen relativen Wahlsieg ermöglich hat. Sie liegen jetzt mal neun Mandate im Deutschen Bundestag vor uns. Es ist ja nicht so, als ob wir da nun eine kleine Splittergruppe geworden wären und die SPD zu alter Blüte wieder auferstanden ist. Wir liegen ganz dicht beieinander und das kann sich auch wieder ändern.

Auf den Parteivorsitzenden allein komme es laut Merz aber nicht an, "sondern auf die Mannschaft drum herum". Er werde dafür sorgen, "dass wir viele junge neue Gesichter auch in der Führung der Partei haben". Merz werde sich in den kommenden Tagen intensiv darum kümmern, dass die CDU jüngere Kandidaten bekomme und das gesamte Gesicht der Partei frischer und dynamischer werde. "Das kann auch jemand in meinem Alter."

Die Basis habe in den letzten Jahren gelitten, weil sie vielfach nicht mehr gewusst habe, wofür "eigentlich diese CDU steht", so Merz. "Das ist jetzt kein Rückgriff auf die 80er- oder 90er-Jahre. Wir leben im 21. Jahrhundert, im dritten Jahrzehnt. Und wir werden natürlich über die nächsten zehn Jahre zu sprechen haben und nicht über die letzten zehn Jahre. Und das traue ich mir zu."

Merz erhielt bei der Mitgliederbefragung mit 62,1 Prozent eine absolute Mehrheit. Auf Norbert Röttgen entfielen 25,8 Prozent der Stimmen, auf Helge Braun 12,1 Prozent. Die rund 400.000 Mitglieder konnten erstmals in der Geschichte der CDU eine Vorentscheidung über den Vorsitz treffen. Offiziell muss der Nachfolger von Amtsinhaber Armin Laschet von einem digitalen Parteitag am 21./22. Januar gewählt werden. Es gilt als sicher, dass sich die Delegierten an das Votum halten.

Quelle: ntv.de, mba

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