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Die Geberländer haben 2015 wesentlich mehr für Entwicklungshilfe ausgegeben als im Vorjahr.
Die Geberländer haben 2015 wesentlich mehr für Entwicklungshilfe ausgegeben als im Vorjahr.(Foto: picture alliance / dpa)
Mittwoch, 13. April 2016

16 Milliarden Euro aus Deutschland: Westen gibt mehr für Entwicklungshilfe aus

Die OECD gibt bekannt, wie viel die Geberländer 2015 für Entwicklungshilfe ausgegeben haben. Deutschland gehört dabei zu den großzügigsten Gebern. Bei den Ausgaben schlagen besonders die Kosten für die Flüchtlingshilfe zu Buche.

Die weltweiten Ausgaben für Entwicklungshilfe sind als Folge der Flüchtlingskrise kräftig gestiegen. Im Jahr 2015 hätten die Geberländer 6,9 Prozent mehr für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (Official Development Assistance, ODA) ausgegeben als im Vorjahr, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit. Allerdings wurden die Mittel für die Flüchtlingshilfe einberechnet. Ohne sie lag der Anstieg bei 1,7 Prozent.

Insgesamt gaben die im Ausschuss für Entwicklungszusammenarbeit (DAC) zusammengeschlossenen Geberländer der OECD 131,6 Milliarden Dollar für Entwicklungszusammenarbeit aus. Die Hilfe für Flüchtlinge in Geberländern habe sich 2015 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt, erklärte die OECD.

Deutschland steigerte seine ODA-Ausgaben im vergangenen Jahr um 26 Prozent auf 17,8 Milliarden Dollar (rund 16 Milliarden Euro). In absoluten Zahlen bleibt Deutschland damit der drittgrößte Geber nach den USA und Großbritannien. Die Flüchtlingskosten nicht einberechnet, stiegen die deutschen Ausgaben laut dem Bundesentwicklungsministerium um sieben Prozent.

Kritik von Hilfsorganisation Oxfam

Die deutsche ODA-Quote erhöhte sich von 0,42 Prozent des Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2014 auf 0,52 Prozent. Die OECD-Staaten hatten sich vor Jahren das Ziel gesetzt, 0,7 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes für Entwicklungszusammenarbeit auszugeben.

Die Organisation Oxfam kritisierte, der massive Sprung der deutschen ODA-Mittel komme "vor allem zustande, weil Deutschland die anfallenden Kosten für die Unterbringung von Flüchtlingen einrechnet". "Hier hat die Bundesregierung vorherigen Beteuerungen zum Trotz viel höhere Ausgaben pro Flüchtling angerechnet als in den vergangenen Jahren."

Quelle: n-tv.de

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