Politik

Veranstalter distanziert sich Wirbel um rechte Banner auf Bauern-Demo

Tausende Landwirte gehen in Nürnberg gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung auf die Straße. Dabei schmücken einige Demonstranten ihre Traktoren mit rechten Symbolen und Botschaften. Veranstalter und Bauernverband sind entsetzt.

Nach einer großen Demonstration von Landwirten in Nürnberg gibt es Ärger um Banner mit in rechtsextremen Kreisen verwendeten Symbolen an einzelnen Traktoren. Der Veranstalter der Protestaktion, Sebastian Dickow von der Initiative "Land schafft Verbindung", bestätigte, dass einzelne Teilnehmer mit Transparenten aufgefallen waren. Zuvor waren Fotos von Traktoren im Internet aufgetaucht, an die große Plakate mit eisernen Kreuzen, einem Adler und den Sprüchen "Die Wahrheit siegt" oder "Klagt nicht, kämpft" montiert waren.

"Die sind uns aufgefallen und wir haben den Leuten gesagt, sie sollen gefälligst ihre Banner abnehmen", sagte Dickow. "Wir distanzieren uns davon und wir haben denen ganz klar gesagt, dass die Banner hier nichts verloren haben und auch die Polizei hat sich darum gekümmert." Das Polizeipräsidium Mittelfranken konnte sich dazu zunächst nicht äußern.

"Zwei oder drei" Traktoren seien mit Bannern dieser Art versehen gewesen. "Es geht nicht um solche Parolen, es geht um Landwirtschaft", betonte Dickow. "Ähnliches haben wir auch zur AfD gesagt: Das ist keine Wahlkampfveranstaltung für euch - beschränkt euch auf die Landwirtschaft." Die Transparente seien nach der Intervention der Veranstalter abgenommen worden.

"Das ist Trittbrettfahrerei"

Auch der Deutsche Bauernverband distanzierte sich entschieden von den Plakaten: "Von unserer Seite ist klar: Wir distanzieren uns eindeutig und klar von so rechten Parolen. Damit haben wir nichts zu tun", sagte ein Sprecher. Und der Generalsekretär des Verbandes, Bernhard Krüsken, fügte hinzu: "Das hat mit Bauernprotesten nichts zu tun. Das ist Trittbrettfahrerei."

Am Freitag waren rund 5000 Bauern mit 2500 Traktoren aus allen Teilen Frankens in Nürnberg zu einem großen Protest gegen die Agrar- und Umweltpolitik in Deutschland zusammengekommen. Die Landwirte kritisieren unter anderem die geplante Verschärfung der Düngeverordnung und Auswirkungen des Insektenschutzes.  Auch in Berlin und anderen Städten gab es Demonstrationen.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa