Politik

Weitere Maßnahmen möglich "Wird starke Einschränkungen für Ungeimpfte geben"

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(Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto)

Die vierte Welle rollt mit Macht über das Land. Die Infektionszahlen steigen. Bei Kanzlerin Merkel wächst die Sorge. Bei einem Spitzentreffen der CDU stellt die Kanzlerin nun neue Schritte in Aussicht. Im Fokus: die Ungeimpften.

Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärt nach ntv-Informationen im CDU-Bundesvorstand, dass es "starke Einschränkungen für Ungeimpfte geben wird". Sie zeigt sich äußerst besorgt, wegen des exponentiellen Wachstums der Infektionen. Bei dem Treffen sprachen sowohl sie als auch der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur Lage in der Pandemie. So seien tägliche Tests am Arbeitsplatz für Ungeimpfte nicht ausgeschlossen. Die Einschränkungen könnten über das 2G-Modell hinausgehen. Nordrhein-Westfalen, das den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz innehat, soll nun eine neue Bund-Länder-Runde ausloten.

Seit Tagen steigenden die erfassten Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts aktuell bei 153,7. Die Belegung der Intensivstationen mit Corona-Patienten steigt. Allerdings gibt es massive regionale Unterschiede. Thüringen (306,5), Sachsen (284,4) und Bayern (248,9) weisen sehr hohe Inzidenzen aus - in Schleswig-Holstein liegt der Wert dagegen mit 70,6 deutlich niedriger. In Bayern gibt es allein drei Landkreise mit einer Inzidenz von über 600. Zugleich stagniert aber landesweit das Impftempo.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die Debatte über Auffrischungs-Impfungen der Bevölkerung an Fahrt. Während Spahn erneut eine sogenannte Booster-Impfung für fast alle Altersgruppen forderte, bremste die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). KBV-Chef Andreas Gassen kritisierte, dass sich die Politik nicht an die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) halte, dass sich derzeit nur alle über 70-Jährigen nachimpfen lassen sollten.

Der STIKO-Chef Thomas Mertens sagte, die Kommission prüfe aber, ob sie die Booster-Impfung weniger wegen des individuellen Schutzes, sondern wegen der dann geringeren Ausbreitung des Virus in der Bevölkerung empfehlen solle. Er verwies auf entsprechende Erfahrungen in Israel.

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Die Gesundheitsminister beraten am Donnerstag und Freitag die Lage. Nach der Sitzung des CDU-Bundesvorstandes sagte Parteichef Armin Laschet, in dem Gremium sei "die Anregung vertieft worden", dass "recht bald" eine Konferenz von Bund und Ländern stattfindet, um über die Corona-Lage zu sprechen.

Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Nordrhein-Westfalens neuer Regierungschef Hendrik Wüst, "wird dazu die Gespräche mit den Kollegen der andern Länder suchen". Derzeit gebe es "die Sonderlage, dass wir eine amtierende Bundesregierung haben, so Laschet, "und eine Ampel-Koalition, die sich gerade vorbereitet und die zum Teil sehr unterschiedliche Akzente setzt rund um die Frage, was ab dem 24. November", also nach Auslaufen der derzeit geltenden epidemischen Lage von nationaler Tragweite, "eigentlich geschehen soll".

Quelle: ntv.de, jwu/hvo/rts

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