Politik

Berlin kauft für 2,46 Milliarden Wowereit hält Wohnungsdeal für falsch

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Anfang der 2000er-Jahre hatte der von Klaus Wowereit geführte Senat 65.000 Wohnungen verkauft - für deutlich weniger als die Summe, um die es jetzt geht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mehr als 14.000 Wohnungen kauft Berlin den Konzernen Deutsche Wohnen und Vonovia ab. Der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Wowereit, hält den Deal nicht für richtig. Die Milliarden sollten lieber in den Neubau investiert werden.

Berlins langjähriger Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hält den Milliarden-Deal zum Ankauf von mehr als 14.000 Wohnungen durch das Land Berlin für falsch. "Ich bin der Meinung, dass die Milliarden lieber in den Wohnungsbau fließen sollten. Deshalb halte ich diesen Kauf nicht für richtig", sagte der SPD-Politiker dem Tagesspiegel.

Am Freitag hatte Finanzsenator Matthias Kollatz gemeinsam mit Vorständen von Vonovia und Deutsche Wohnen sowie der drei landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften Degewo, Howoge und Berlinovo den Deal vorgestellt. 14.750 Wohnungen sollen für 2,46 Milliarden Euro gekauft werde. Sie sind teils sanierungsbedürftig. Das Geschäft gilt als größtes dieser Art seit Langem in der Hauptstadt. Der Berliner Senat verfolgt das Ziel, durch Neubau und Ankäufe den kommunalen Wohnungsbestand zu erweitern.

Nahezu alle Wohnungen gehörten bis Anfang der 2000er-Jahre der städtischen Wohnungsgesellschaft GSW. Der rot-rote, von Klaus Wowereit geführte Senat hatte deren Bestand von 65.000 Wohnungen damals für 400 Millionen Euro verkauft, wobei die Käufer auch Schulden von 1,5 Milliarden übernahmen.

Den Verkauf der GSW-Wohnungen für einen Bruchteil der nun fälligen Milliarden rechtfertigte der 67-jährige Wowereit so: "Das waren andere Zeiten. Es gab 150.000 leer stehende Wohnungen in Berlin, wir hatten einen Anteil an öffentlichen Wohnungen von 25 Prozent." Einen so hohen Anteil städtischer Wohnungen finde man nirgendwo mehr. "Heute würden wir die GSW nicht mehr verkaufen. Aber dass es so viel Zuzug nach Berlin geben wird, war damals nicht abzusehen." Klaus Wowereit regierte Berlin von 2001 bis 2014 gemeinsam mit der Linkspartei (ehemals PDS).

Quelle: ntv.de, mpe

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