Politik

Trump-Arzt unter Beschuss Wut, Pillen und Alkohol im Weißen Haus

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Donald Trump wollte 2018 Jackson für das Amt des Veteranenministers vorschlagen, hatte dann aber dessen Kandidatur zurückgezogen.

(Foto: picture alliance / Photoshot)

Der ehemalige Chefarzt des Weißen Hauses hat wegen seines mutmaßlichen Alkoholproblems in der Vergangenheit für Schlagzeilen gesorgt. Nun veröffentlicht das Pentagon einen umfassenden Bericht mit Vorwürfen von Drogenkonsum und sexueller Belästigung, während der Arzt für den Präsidenten verantwortlich war.

Ronny Jackson, ein früherer Amtsarzt des Weißen Hauses, soll unter Kollegen als "Candyman" oder "Süßigkeitenmann" bekannt sein - der Arzt gebe Mitarbeitern der Air Force One und des Weißen Hauses starke Medikamente als wären es Süßigkeiten. Nach dreijähriger Recherche hat das Pentagon einen detaillierten Bericht über das Verhalten des Arztes veröffentlicht. Wie der Sender CNN berichtet, beschreibt das Papier, wie der ehemalige Chefarzt im Weißen Haus mutmaßlich Mitarbeiter anbrüllte, exzessiv Alkohol und Schlaftabletten im Dienst konsumierte und Frauen sexuell belästigte.

Jackson war schon für den ehemaligen Präsidenten Obama als Arzt im Weißen Haus tätig. Doch erst nach dem Amtsantritt von Donald Trump sorgte Jackson für Schlagzeilen. Der Arzt behauptete, der damals 71-jährige Präsident hätte 200 Jahre alt werden können - er hätte sich in den vergangen zwei Jahrzehnten nur besser ernähren müssen. 2020, nachdem Trump sein Lob für ihn getwittert hatte, wurde Jackson in seinem Bundesstaat Texas als republikanischer Kongressabgeordneter gewählt.

Dreijährige Recherche

Die Recherche, die der damalige Generalinspekteur des Pentagon, Glenn A. Fine, vor drei Jahren begonnen hatte, umfasst Aussagen von 60 Zeugen. Sie berichten übereinstimmend über das "schreiende, fluchende" Verhalten des Arztes und beschreiben "Wutausbrüche, Wutanfälle und Zusammenbrüche" im Umgang mit Mitarbeitern. Bereits 2018 hat es erste Medienberichte über das Verhalten von Jackson gegeben. Der Bericht des Pentagons geht jedoch viel weiter und dokumentiert sogar, wie der Amtsarzt im betrunkenen Zustand die Verantwortung für die Sicherheit und Gesundheit des Präsidenten hätte übernehmen sollen.

Auch Vorwürfe von sexueller Belästigung werden im Bericht dargestellt. Bei einer Auslandsreise nach Manila mit Obama habe der Arzt schwer betrunken eine Mitarbeiterin bedrängt. Jackson kam "sichtlich betrunken" in das Hotel und hämmerte an die Hotelzimmertür der Kollegin. "Man konnte den Alkohol in seinem Atem riechen, und er lehnte sich in mein Zimmer und sagte: 'Ich brauche dich.' Ich habe mich wirklich unwohl gefühlt", erinnerte sich die Frau.

Dr. Jackson weist "kategorisch jede Anschuldigung zurück" und behauptet, Fine wolle sich nur rächen: weil "ich mich geweigert habe, Präsident Trump den Rücken zu kehren". Mitte 2020 hatte Trump Fine gefeuert, weil der unabhängige Generalinspekteur die Ausgaben Trumps während der Pandemie überprüfen wollte.

Quelle: ntv.de, cls