Politik

Antisemitischer Angriff Zwei Männer bespucken Berliner Rabbiner

122822811.jpg

Yehuda Teichtal ist der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Berlin.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach dem Gottesdienst ist der Rabbiner einer Jüdischen Gemeinde in Berlin mit seinen Kindern in der Nähe der Synagoge unterwegs. Plötzlich greifen ihn zwei Männer an: Sie beleidigen ihn auf Arabisch und bespucken ihn.

Der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Berlin, Yehuda Teichtal, ist beleidigt und bespuckt worden. Teichtal war nach Angaben der Gemeinde mit seinen Kindern nahe einer Synagoge im Berliner Stadtteil Wilmersdorf unterwegs, als zwei Männer ihn auf Arabisch beschimpften und bespuckten. Der Polizei zufolge sollen die beiden Unbekannten die Tat am vergangenen Freitag aus einem Mehrfamilienhaus heraus verübt haben. Der Staatsschutz ermittelt.

In der Synagoge in Wilmersdorf hatte Teichtal zuvor den Gottesdienst geleitet. "Wir müssen leider feststellen, dass die Aggressionen gegen Juden sowohl auf den Schulhöfen als auch auf den Straßen Berlins ein Eigenleben entwickelt haben", erklärte der Gemeinderabbiner. Er zeigte sich dennoch überzeugt, dass die meisten Menschen in Berlin "diese Aggression gegen Juden als traurigen Bestandteil des jüdischen Alltags nicht hinnehmen" wollten.

Der Polizei wurde der Vorfall am Montag bekannt, als eine Informationsstelle für Antisemitismus Anzeige erstattete. Die Polizei versicherte, der Staatsschutz gehe "mit aller Konsequenz" gegen religiös motivierte Straftaten vor.

Bürgermeister Berlins verurteilt Angriff

Berlins Regierender SPD-Bürgermeister Michael Müller verurteilte den Angriff "aufs Schärfste". Die Ermittler täten ihr Möglichstes, um die Täter vor Gericht zu bringen. "Der Senat und die Berlinerinnen und Berliner teilen ausdrücklich die von Rabbiner Teichtal geäußerte Überzeugung, dass die meisten Menschen in unserer Stadt solche Aggressionen gegen Juden als Bestandteil des Alltags unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger nicht hinnehmen wollen", erklärte Müller.

Berlin als "Stadt der Freiheit" sei auch und nicht zuletzt eine Stadt der Religionsfreiheit. Das zu gewährleisten, sei eine zentrale staatliche Verantwortung. "Auf den Straßen und auch auf den Schulhöfen unserer Stadt hat Antisemitismus keinen Platz", erklärte Müller.

Quelle: n-tv.de, aeh/AFP

Mehr zum Thema