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Ohne Maske in Bus und Bahn Lasst uns nicht mit den Idioten allein!

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Ein Aufkleber erinnert an einer Dresdener Straßenbahn an die Alltagsmaske.

(Foto: picture alliance/dpa)

Einige tragen gar keinen Mund-Nasen-Schutz, andere lassen in voller Absicht die Nase frei: Eine Minderheit von Masken-Verweigerern verdirbt der Mehrheit die täglichen Fahrten mit Bus und Bahn genauso wie die Fernreisen. Das Problem auf die vernünftigen Passagiere abzuwälzen, ist keine Lösung.

Um es klar zu sagen: Nicht jeder, der am Sinn von Alltagsmasken im Kampf gegen die Corona-Pandemie zweifelt, ist ein Idiot. Man darf sogar die Gefährlichkeit von Covid-19 anzweifeln, auch öffentlich. Das ist zwar unsinnig, aber die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Meinungsfreiheit sollte nur nicht mit Handlungsfreiheit verwechselt werden. Sich im Recht zu wähnen, bedeutet kein Grundrecht darauf, Regeln zu missachten.

Masken-Gegner pochen gerne auf ihre Grundrechte und fühlen sich in ihrer Freiheit durch die Corona-Hygienekonzepte eingeschränkt. Kritik ist in manchen Punkten - wie etwa an offen herumliegenden Kontaktdatenlisten von Restaurantbesuchern - sogar berechtigt. Ein massiver Grundrechtseingriff ist in der Masken-Debatte aber nicht zu erkennen. Die Zweifler sollten sich an den schönen Leitsatz halten, wonach die Freiheit des Einzelnen möglichst nicht die Freiheit anderer beschneiden soll.

Genau das aber tun die Masken-Verweigerer in Bus und Bahn: Ihre eigene Bequemlichkeit oder ihr Beharren auf ihrer Meinung ist ihnen so wichtig, dass sie lieber ein Unwohlsein und ein Unsicherheitsgefühl bei ihren Mitreisenden in Kauf nehmen. Wer derart ignorant und egoistisch handelt, muss sich dann auch den Vorwurf der Idiotie gefallen lassen.

Bloß keine Diskussionen, bitte!

Den meisten mögen die nackten Gesichter oder unbedeckten Nasen nur auf die Stimmung schlagen. Alte, Vorerkrankte und ihre Angehörigen werden aber ihrer Bewegungsfreiheit beraubt. Diese Menschen müssen dann Bahn und ÖPNV meiden. Sie fühlen sich gefährdet, weil unabhängig von Kulturkreisen und politischen Systemen Experten und Verantwortliche auf allen Kontinenten zum gleichen Schluss gekommen sind: Die Maske wirkt, weshalb eine Mund-Nasen-Schutz-Pflicht insbesondere in geschlossenen Räumen sinnvoll ist.

Daraus resultiert, dass notwendigerweise jemand ausgeschlossen werden muss: Entweder die Maskenverweigerer bleiben draußen oder sie verdrängen sonst einen Teil derjenigen, die die Maske tragen. Diese müssen daheimbleiben oder sind für unvermeidbare Wege auf ein eigenes Auto oder auf das Taxi angewiesen. Das ist - nebenbei bemerkt - auch deshalb dramatisch, weil die mühsam und teuer erkauften Erfolge der Verkehrswende in diesen Pandemie-Monaten einen gewaltigen Rückschritt erfahren.

Das Maskengebot durchzusetzen kann aber nicht denen überlassen bleiben, die sich wegen der Verweigerer oft ohnehin schon unwohl fühlen. Neben den Vergesslichen mag es einige geben, die empfänglich sind für Argumente oder den Druck der Mehrheit. Zu befürchten ist aber, dass den meisten Ermahnungen zum Maskentragen eine müßige Diskussion, ein dummer Spruch oder im schlimmsten Fall Beleidigungen und Gewalt folgen. Wer als Einziger ohne Maske im Abteil sitzt, wirkt wie auf Krawall gebürstet. Das ist einschüchternd, besonders für Frauen und Ältere.

Konsequenz hat ihren Preis

Die Deutsche Bahn und ihre Mitbewerber sowie die regionalen Verkehrsbetriebe stehen deshalb in der Pflicht, das Verbot selbst durchzusetzen. Das kann nur durch verstärkte Kontrollen geschehen unter Zuhilfenahme von Sicherheitspersonal - und zwar auch in den Randzeiten und in Verkehrsmitteln, in denen nicht jeder Passagier auf ein Ticket kontrolliert wird. Das ist zwar teuer, aber gewiss nicht teurer als der Verlust von Kunden, die Bahn und ÖPNV als unsicher empfinden.

Für die Reisenden kann das ebenfalls unangenehm werden. Renitente Maskenverweigerer müssen notfalls des Zuges verwiesen werden. Das kann auch längere Fahrtunterbrechungen bedeuten, wenn etwa die Polizei hinzugezogen wird. Nur ein konsequenter Umgang mit Masken-Verweigerern wird diese zum Einlenken bewegen. Dem Wohl der Mehrheit ist nämlich oft schon Genüge getan, wenn die Egoisten zumindest nachgeben - wenn sie schon nicht zum Umdenken bereit sind.

Quelle: ntv.de