Produkt-Check Haushalt & Garten

Dem Schimmel keine ChanceHygrometer im Check - der Testsieger kostet keine 10 Euro

17.02.2026, 09:27 Uhr ntvVon Maren Mangold
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Ab unter die Dusche - Redakteurin Maren Mangold mit den Test-Hygrometern im Badezimmer (Foto: RTL / ntv)

Hygrometer messen in Sekundenschnelle die Luftfeuchtigkeit in Wohn- und Kellerräumen. Der ntv Produkt-Check testet drei digitale Geräte mit einem Bausachverständigen. Die gute Nachricht: Zuverlässigen Schimmel-Schutz gibt es schon für unter zehn Euro.

Durch zu hohe Luftfeuchtigkeit kann sich in Wohnungen, Häusern und Kellern Schimmel bilden, typische Ursachen sind falsches Lüften und zu sparsames Heizen. Aber auch bauliche Mängel wie fehlende Dämmung oder defekte Wasserleitungen können Schimmel begünstigen. Bauingenieur Lennart Feldmann berät Privatpersonen wie Unternehmen bei Sanierungen und hat als Sachverständiger mit seiner Firma INDICAMUS dabei täglich mit Schimmelproblemen zu tun. Günstige Hygrometer für den privaten Gebrauch findet er sinnvoll und verschenkt sie gerne an seine Kunden, "weil häufig so eine kostengünstige Lösung dann schon den ersten Indikator gibt."

So testen wir die Feuchtigkeitsmesser gegen Schimmel

Im ntv Produkt-Check vergleichen wir, wie exakt die Hygrometer Temperatur und Luftfeuchtigkeit messen. Orientierung bieten uns dabei die Profi-Geräte von Lennart Feldmann, beide sind gerade neu kalibriert - heißt, die Anzeige der Messwerte wurde mit einem bekannten, genauen Referenzwert abgeglichen. Daneben haben wir folgende Testkriterien im Blick:

  • Wie schnell reagieren die Geräte auf Veränderung der Temperatur?

    Dafür reißen wir alle Fenster im Test auf.

  • Wie gut ist das Display lesbar?

  • Wie sinnvoll und eindeutig sind die Symbole auf dem Display?

Im eigenen Bad checken wir nach dem Duschen außerdem, wie die verschiedenen Displays auf hohe Luftfeuchtigkeit reagieren.

Diese Hygrometer für Temperatur und Luftfeuchtigkeit testen wir

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Bresser, ADE oder TFA Dostmann (von links nach rechts) - welches der preiswerten Hygrometer kann es mit dem Profi-Gerät aufnehmen? (Foto: RTL / ntv)

Wir testen günstige digitale Hygrometer, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit elektronisch mit Sensoren messen, analoge Hygrometer arbeiten hingegen mechanisch. Digitale Geräte reagieren in der Regel schnell, außerdem werden die gemessenen Werte komfortabel auf einem Display angezeigt - oft mit zusätzlichen Warnhinweisen, so dass auf einen Blick zu erkennen ist, wenn sich das Raumklima in eine allzu schimmelfreundliche Richtung bewegt.

Testsieger und Preis-Leistungssieger: Bresser digitales Hygrometer misst im Test am genauesten

Das Hygrometer von Bresser kommt im Dreierpack und landet bei einem Einzelpreis von 8,33 Euro. Da es nicht nur das günstigste Gerät im Produkt-Check ist, sondern auch noch das, das am besten performt, sichert es sich den Testsieg gleich doppelt. Im Messtest legen die Profigeräte 22 Grad Raumtemperatur und 39 Prozent relative Luftfeuchtigkeit vor - mit der Anzeige von 21 Grad und 42 Prozent Luftfeuchtigkeit ist der Hygrometer von Bresser hier nah dran und liefert von allen Testgeräten den exaktesten Vergleichswert. Auf den Punkt genau ist auch der vom Hersteller angegebene Toleranzbereich von +/- einem Grad.

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Auch im weiteren Testverlauf liefert das Hygrometer von Bresser zuverlässig ab. Im Lüftungs-Test und bei gefallener Temperatur zeigen die Profigeräte nur noch 33 Prozent Luftfeuchtigkeit an. Bei Bresser werden daraus 36 Prozent - damit ist das Test-Gerät auch hier im Vergleich zu den anderen Hygrometern am nächsten dran.

Die digitale Anzeige des Bresser-Hygrometers* lässt sich gut ablesen: Der Smiley zeigt an, wie zufrieden das Gerät mit dem Feuchtigkeitsgehalt ist - lacht das Gesicht, ist alles gut. Bei einem geraden Strichmund ist Vorsicht geboten. Im Duschtest zeigt der Smiley ein deutlich unzufriedenes Gesicht und ist mit herabhängenden Mundwinkeln gut zu erkennen.

Technische Daten zum Bresser Hygrometer:

  • Temperatur in Grad Celsius mit einer Messtoleranz von +/- 1 Grad

  • Die Luftfeuchtigkeit wird mit einer Messtoleranz von +/- 5 Prozent angegeben

  • Produktmaße 4,5 cm Breite x 5,7 cm Höhe

  • Displaymaße 3 cm Breite x 3,7 cm Höhe

  • Montage an der Wand, mit Standfuß und als Magnet möglich

  • CR2032 Batterien (Knopfzellen) enthalten

Kurzfazit zum Bresser Hygrometer*: Das günstigste Gerät in unserem Test liefert die genaueste Messleistung bei einem gut lesbaren Display. Darüber hinaus ist das Dreierpack sinnvoll, wenn man mehrere Zimmer oder Kellerräume im Blick behalten will.

ADE Hygrometer mit Schimmelalarm leuchtet im Test auf

Das größte Gerät im Hygrometer-Test hat ein dementsprechend größeres, gut lesbares Display. Die Anzeige bietet etliche Symbole und Einstell-Möglichkeiten. So steht das Symbol für Grippe ("Flu") für eine erhöhte Ansteckungsgefahr für virale Infekte, sobald Temperatur und Luftfeuchtigkeit in einem bestimmten Bereich liegen. Die Grenzwerte für den "Wohlfühlmodus" sind individuell einstellbar. Das Display zeigt Feuchtigkeitsstufen von zu feucht, feucht, optimal, trocken bis hin zu trocken an, große Wassertropfen markieren den Taupunkt - jene Temperatur, bei der die Luft im Raum beginnt, Wasser abzugeben und zu kondensieren.

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Zur Messgenauigkeit finden wir im Test keine Herstellerangabe. Anders als bei den Testgeräten von Bresser und TFA Dostmann ist hier auch kein Toleranzbereich ausgewiesen. Im Test liefert das Gerät die höchste Abweichung zu den Werten der Profi-Geräte: Bei 21 Grad Raumtemperatur zeigt der ADE Hygrometer 47 Prozent Luftfeuchtigkeit an - verglichen mit dem Referenzwert von 39 Prozent eine deutliche Abweichung. Der Unterschied sei auf die gemessene Temperatur zurückzuführen, erklärt Feldmann. Bei geringerer gemessener Temperatur sei die relative Luftfeuchtigkeit höher.

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Rotes Alarmlicht beim ADE-Hygrometer. (Foto: RTL / ntv)

Im privaten Badezimmer-Test läuft das Gerät von ADE* zur Hochform auf und schlägt Alarm: Ein blinkendes rotes Licht leuchtet im Display auf. Der Grenzwert für den optischen Schimmelalarm kann dabei individuell eingestellt werden.

Technische Daten zum ADE Hygrometer:

  • keine Herstellerangabe zu Abweichungen bei Messgenauigkeit

  • Gerätemaße 11,5 cm Höhe x 8 cm Breite x 2 cm Tiefe

  • Display 5,5 cm Breite x 7,5 cm Höhe

  • Gewicht 100 Gramm

  • Minimal- und Maximalwert der letzten 12 Stunden

  • Fünf Feuchtigkeitsstufen auf Display

  • visuelle Warnhinweise: Symbole wie Wassertropfen und "Flu"

  • Standfuß und Aufhängeöse

  • Batterien enthalten

Kurzfazit zum ADE Hygrometer*: Das Gerät zeigt die größte Abweichung bei den Messwerten im Test, punktet aber mit einem gut lesbaren Display und vielen individuellen Einstellmöglichkeiten sowie einem sehr guten Alarmmodus bei zu viel Feuchtigkeit.

TFA Dostmann Digitales Thermo-Hygrometer zeigt im Test ein weniger gut lesbares Display

Das Hygrometer von TFA Dostmann* ist in der Größe vergleichbar mit dem Testsieger von Bresser. Auch im Messtest mit den Profigeräten von Feldmann kommt es nah ran an den Gewinner: Mit 21,4 Grad Raumtemperatur und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 43 Prozent sind die Messwerte des TFA Dostmann-Gerätes ähnlich. Nach dem Lüften zeigt das Gerät noch 39 Prozent an und ist damit weiter vom Ergebnis des Profi-Gerätes (33 Prozent) entfernt als das Bresser-Hygrometer (36 Prozent).

Das Display lässt im Test laut Feldmann "etwas zu wünschen übrig". Der Smiley sei schwer zu erkennen. Tatsächlich misst das Gesicht hier nur etwa 4 Millimeter im Durchmesser, beim Bresser-Hygrometer ist es ein Zentimeter groß. Als Zusatzfunktion kann das Display per Knopfdruck auf Fahrenheit umgestellt werden.

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Das Tropfen-Symbol (links unten) beim Hygrometer von TFA Dostmann ist schlecht zu erkennen. (Foto: RTL / ntv)

Im Badezimmer-Test zeigt sich die Display-Problematik erneut: Bei zu feuchter Luft wird der Smiley zu Wassertropfen. Bei nur leicht zu feuchter Luft zeigt er einen Tropfen, der nur umrandet ist - mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Bei hoher Feuchtigkeit nach dem Duschen werden drei schwarz ausgefüllte Tropfen angezeigt, die klarer zu erkennen sind.

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Technische Details des Hygrometers von TFA Dostmann:

  • Messung alle 10 Sekunden

  • Messgenauigkeit laut Hersteller +/- 1,5 Grad der Temperatur

  • Messgenauigkeit laut Hersteller +/- 5 Prozent Luftfeuchtigkeit

  • Produktmaße 4,6 cm Breite x 5,9 cm Höhe

  • Maße Display 3,5 cm Breite x 3,5 cm Höhe

  • Aufhängung, Magnet oder Ständer

  • Batterie enthalten

Kurzfazit zum Hygrometer von TFA Dostmann*: Etwas geringere Messgenauigkeit und ein weniger gut lesbares Display stellen das Gerät in unserem Test in den Schatten des gleich großen Hygrometers von Bresser. Wer aber ein kleines Gerät mit Raumtemperatur in Fahrenheit-Anzeige sucht, ist mit dem Dostmann-Gerät gut beraten.

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Experte Lennart Feldmann vergleicht unsere Test-Hygrometer mit seinen Profi-Geräten. (Foto: RTL / ntv)

Fazit zum Test der Hygrometer

Günstigen Schimmel-Schutz liefern alle drei Testgeräte. "Diese Hygrometer (...) sind soweit alle für den Haushaltsgebrauch geeignet", erklärt Experte Lennart Feldmann. Am exaktesten misst im Test der Feuchtigkeitsmesser von Bresser*. Da es sich dabei um das günstigste Gerät mit dem am besten ablesbaren Display handelt, küren wir es zum Test- UND Preis-Leistungssieger. Weniger exakt misst der Hygrometer von ADE, das Gerät punket aber mit einem großen Display, vielen individuellen Einstellmöglichkeiten und einem sehr gutem Alarmmodus. Das Hygrometer von TFA Dostmann ist beim Messtest zwar nah dran am Testsieger, verliert aber durch sein Display mit teilweise kaum erkennbaren Symbolen. Die Fahrenheit-Einstellungstaste kann das Gerät aber für eine bestimmte Nutzergruppe interessant machen.

Was ist ein Hygrometer?

Ein Hygrometer ist ein Messgerät, das die relative Luftfeuchtigkeit misst: Wie viel Wasserdampf ist in der Luft im Vergleich zur maximal möglichen Menge, ausgedrückt in Prozent? Das Prinzip funktioniert folgendermaßen: Feuchtigkeit beeinflusst ein Material oder einen Sensor (es dehnt sich, verändert Widerstand oder Kapazität), diese Veränderung wird in der Folge in einen Prozentwert umgerechnet. Das Gerät zeigt dann die relative Luftfeuchte in der Umgebungsluft an.

Wie lange halten günstige Hygrometer?

Wir fragen bei der Pressestelle des Bundesverbands für Schimmelpilzsanierung nach, der Verband hat Hygrometer im niedrigen Preissegment einem Langzeit-Test unterzogen. "Handelsübliche Hygrometer im niedrigen Preissegment sind auch 10 Jahre nach dem Test die Empfehlung des Verbandes zur Überwachung der Luftfeuchtigkeit in den eigenen vier Wänden", so Pressesprecherin Angela Berg.

Für welche Räume ein Hygrometer nutzen?

Dort, wo besonders viel Feuchtigkeit produziert wird, macht ein Hygrometer laut Feldmann besonders viel Sinn. Primär sei das Bad betroffen, aber auch in der Küche entstehe durch das Kochen viel Wasserdampf. Wo das Gerät stehen sollte? Experte Lennart Feldmann rät seinen Kunden, das Hygrometer in der Raummitte zu positionieren - in Wohnbereichen seien das beispielsweise der Tisch oder eine Kommode. Es sei demnach nicht notwendig, das Gerät besonders nah an feuchtigkeitsverdächtige Bereiche wie die Außenwand oder das Fenster zu stellen.

Hygrometer kalibrieren - ist das nötig?

Ein Hygrometer wird kalibriert, indem es mit einer definierten, bekannten Luftfeuchtigkeit verglichen und entsprechend angepasst wird. Experte Feldmann macht das regelmäßig - da er auch für Gerichte arbeitet, ist er dazu verpflichtet. Bei günstigen Geräten für den Privatgebrauch sei das jedoch nicht nötig, so der Experte. Hier gehe es ohnehin mehr darum, einen Indikator zu haben. Geringe Abweichungen bei den Geräten für Laien sieht er nicht kritisch.

Ideale Luftfeuchtigkeit in Wohnung und Haus in Prozent

Der optimale Bereich für Wohnräume liegt zwischen 40 und 60 Prozent. In der kälteren Jahreszeit gelten etwas andere Regeln als im Sommer - kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen. Gerade im Winter sollte man darauf achten, dass Räume nicht bei 65 oder 70 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit liegen würden, so der Experte. Im Sommer dürfe es laut Feldmann auch etwas feuchter im Raum sein, aber auch hier gilt die magische Obergrenze von 60 Prozent: Sobald die Luft 80 Prozent relative Luftfeuchtigkeit erreiche, könne leicht Schimmel entstehen, bei einer kalten Außenwand könne das schnell passieren.

Richtig lüften - so geht´s

Einmal kräftig durchlüften als Sofortmaßnahme, das helfe sofort gegen zu hohe Luftfeuchtigkeit. Das Fenster nur zu kippen, reiche nicht. "Wir als Sachverständige schauen immer: Kann ich so ein Fenster überhaupt ganz öffnen?" Pflanzen oder andere Objekte sehe er nicht gerne auf einer Fensterbank. Wann genügend frische Luft im Raum sei, erkenne man daran, "dass der Feuchtigkeitsfilm außen auf der Scheibe verschwunden ist", erklärt Feldmann.

Feuchte Keller nicht im Sommer lüften

Keller werden in den meisten Fällen nicht beheizt, hier entsteht daher oft ein muffiger Geruch durch zu feuchte Luft. Außerdem sind Kellerwände kalt, im Sommer kondensiert hier schnell die warme Luft. Lüften solle man Kellerräume deshalb hauptsächlich im Winter, erklärt Feldmann. An bereits feuchte Stellen solle man nichts Organisches - also nichts aus Holz oder Pappe - stellen, sonst drohe Schimmel.

*Die Testredaktion rund um den "ntv Produkt-Check" ist unabhängig, erwirbt alle Produkte auf eigene Kosten, führt Tests durch und bewertet nach objektiven Kriterien. Wenn Sie ein Produkt über einen Link kaufen sollten, erhalten wir eine Provision. Der Preis ändert sich dadurch nicht.

Quelle: ntv.de

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