Verarbeitung, Komfort, KühlungMemory-Foam-Kissen im Test - welches lässt uns gut schlafen?

Längst ist bekannt, dass das richtige Kissen eine maßgebliche Rolle dabei spielt, morgens erholt aufzuwachen. Für den ntv Produkt-Check testen wir sechs Memory-Foam-Kopfkissen unterschiedlicher Preisklassen - welches lässt uns wirklich gut (durch)schlafen?
Laut Schlafmediziner Dr. Michael Feld sollte man spätestens alle drei Jahre das Kissen wechseln - für unseren Produkt-Check steht uns der Experte beratend zur Seite. Weit verbreitet sind mittlerweile so genannte Memory-Foam-Kissen: Kissen, die mit einem besonderen Viscoseschaum gefüllt sind, der sich der Kopfform anpasst und so gegen Nacken- und Rückenschmerzen helfen soll. Sechs entsprechende Modelle zwischen 47,99 Euro und 130,00 Euro (UVP) stellen wir für den Produkt-Check auf die (Schlaf-)Probe.
Verarbeitung, Bequemlichkeit, Komfort
Unsere beiden Testerinnen kämpfen mit Nacken- und Rückenschmerzen, schlafen aber bislang auf klassischen 80x80cm Daunenkissen. Für den Produkt-Check schlafen beide jeweils drei Nächte auf drei Memory-Foam-Kissenmodellen, bewerten den ersten Eindruck und den Schlafkomfort während der Testphase. Außerdem wirft Dr. Michael Feld einen fachkundigen Blick auf die einzelnen Kissen und erklärt, was die Produkte jeweils für Besonderheiten mit sich bringen und worauf Verbraucher beim Kauf achten sollten.
Sechs Memory-Foam-Kissen im Test
FMP Matratzenmanufaktur Orthopädisches Nackenstützkissen (69,90 Euro UVP)*
SLEEPI Nackenstützkissen Comfort (129,99 Euro UVP)* - aktuell nicht verfügbar
Generell gilt festzuhalten: Memory Foam Kissen sind von Natur aus hypoallergen und resistent gegen Hausstaubmilben, da die dichte Struktur des Schaums kaum Allergene aufnimmt. Die getesteten Modelle passen problemlos in einen Standard-Bezug, der bei Bedarf einfach umgeschlagen und so passend gemacht werden sollte. Laut Schlafmediziner Dr. Michael Feld weisen alle sechs Kissen eine gute Verarbeitung auf.
Zwei Testsieger im Check
Eine unserer Testerinnen kürt nach drei Nächten Probeschlafen das SLEEPI Nackenstützkissen Comfort zu ihrem Favorit. Das Kissen ist laut Hersteller mit einer temperaturregulierenden Gelschicht ausgestattet und soll die Muskulatur entspannen. Bei der 54-Jährigen ist dieses Konzept aufgegangen: Das Kissen habe ihr gut getan, die Kühlung sei angenehm gewesen. Diese kühlende Funktion ist laut Dr. Michael Feld generell sinnvoll, der Grund: Der Mensch verliere jede Nacht bis zu 250 ml an Schweiß, die in das Kissen übergehen würden, erklärt er. Mit einem UVP von 129,99 Euro ist das Memory Foam Kissen von SLEEPI allerdings auch das teuerste Produkt im Testumfeld.
Deutlich günstiger wird es mit dem Testsieger der zweiten Probandin, die auf dem Orthopädischen Nackenstützkissen der FMP Matratzenmanufaktur am besten schläft. „Es hat sich der Körperform schön angepasst, die Länge ist super”, lautet ihre Bilanz. Das Kissen soll laut Hersteller tiefes Einsinken verhindern - bei unserer Testerin geht der Plan auf: Die Nackenschmerzen sind am Morgen weg.
Entspannter Nacken mit Kopfkissen?
Die Memory Foam Kissen von HOMCA und UTTU sind mit einem Preis von jeweils unter 50 Euro (UVP) die günstigsten Modelle im Produkt-Check. Unsere Testerin schläft hat auf dem höhenverstellbaren Kissen von UTTU gut, benötigt allerdings auch alle drei der mitgelieferten Schichten. Wer gerne niedriger liegt, kann variieren und eine oder sogar zwei Schichten entfernen.
Das Kissen von HOMCA wird sogar mit einer Armlehne geliefert, der Bezug ist waschbar. Allerdings merkt unsere andere Testerin nach drei Nächten keinen positiven Effekt auf ihre Nackenprobleme. "Ich konnte nicht so gut schlafen, weil es mir einfach zu kompakt und zu fest ist", so ihr Resümee.
Tatsächlich sind Form und Härtegrad eines Kissens auch Geschmackssache. Dr. Michael Feld rät dennoch dringend dazu, beim Kauf darauf zu achten, die Kissen einige Tage oder sogar Wochen ausprobieren und bei Problemen zurückgeben zu können. Ein kurzer Liegetest reiche nicht aus, da sich der Körper und die Muskeln im Schlaf anders entspannen würden.
Kissen von Emma und Blackroll
Die Produkte von Emma und Blackroll sind auf Social Media sehr präsent - wir wollen wissen, was dran ist und bestellen beide Kissen. Eine unserer beiden Testerinnen schläft drei Nächte lang auf dem knapp 100 Euro teuren Modell von Blackroll, das für Seiten-, Bauch- und Rückenschläfer geeignet sein soll. Das "Recovery Pillow" wird in Deutschland hergestellt und wirbt mit "höchsten Qualitätsstandards". Unsere Testerin ist leider nicht überzeugt: "Ich bin hundemüde, es war knochenhart", lautet ihr Urteil. Neben dem subjektiven Empfinden hat sie noch zu bemängeln, dass sie weder Atmungsaktivität noch Kühlung festgestellt habe.
Wir bitten den Hersteller um Stellungnahme. Blackroll schreibt uns auf Nachfrage: "Unser Recovery Pillow ist bewusst etwas fester konzipiert, um die Wirbelsäule in einer neutralen Position zu halten und so langfristig eine gesunde Schlafhaltung zu fördern. Manche Menschen empfinden dies anfangs als ungewohnt oder "zu hart". Ähnlich wie bei orthopädischen Matratzen oder neuen Schlafsystemen kann es eine gewisse Eingewöhnungszeit geben, bis sich Körper und Muskulatur daran angepasst haben." Für einen kühlenden Effekt müssten wir zudem zusätzlich ein BLACKROLL® Climate Pillow Case bestellen.
Positiv gilt festzuhalten, dass Blackroll ein 90 Tage langes Rückgaberecht garantiert. Wem es also so geht wie unserer Testerin, der kann das Kissen sogar rund drei Monate nach dem Kauf noch zurückgeben.
Etwas besser schneidet in unserem Test das bei Influencern sehr beliebte Memory Foam Kissen von Emma ab. Der Preis variiert stark - wir bezahlen bei der Bestellung für unseren Test 60 Euro. Das Kissen besteht ebenfalls aus mehreren Schichten (geschmeidig, stützend, druckentlastend) und soll für alle Schlaftypen geeignet sein. Doch für unsere Testerin ist auch dieses Memory Foam Modell zu hart. Dr. Michael Feld findet hingegen, dass es sich bei diesem Produkt um "ein gutes Allrounder-Kissen" handle, das "eine schöne mittlere Härte" aufweise.
Wie finde ich das perfekte Memory-Foam-Kissen?
Grundsätzlich gilt bei Memory Foam Kissen die Devise: Ausprobieren. Fast alle Hersteller bieten lange Rückgabefristen an, sollte man nicht zufrieden sein. Darüber hinaus sollte das Kissen-Modell zum jeweiligen Schlaftyp (Rücken, Bauch, Seite) passen - einige Modelle gibt es je nach Schlafposition in unterschiedlichen Ausführungen. Außerdem sollten persönliche Vorlieben berücksichtigt werden. Experten empfehlen zudem, auf Kissen mit abnehmbarem und waschbarem Bezug zu setzen - das ist nicht nur für Allergiker besser, sondern auch generell hygienischer.
*Die Testredaktion rund um den „ntv Produkt-Check” ist unabhängig, erwirbt alle Produkte auf eigene Kosten, führt Tests durch und bewertet nach objektiven Kriterien. Wenn Sie ein Produkt über einen Link kaufen sollten, erhalten wir eine Provision. Der Preis ändert sich dadurch nicht.



