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Schreiben gegen Frust Journaling-Trend: Warum Tagebücher jetzt helfen

Journaling mit Zettel und Stift ist ein Trend, der die Psyche entlasten kann.

Journaling mit Zettel und Stift ist ein Trend, der die Psyche entlasten kann.

(Foto: iStockphoto)

Sich etwas von der Seele schreiben - das funktioniert Experten zufolge tatsächlich. Gerade in schwierigen Zeiten mit Lockdown-Sorgen und Angst vor Ansteckung können Zettel und Stift ein Mittel sein, um die Psyche zu entlasten.

Aller Anfang ist schwer. Das gilt besonders fürs Schreiben. Selbst erfahrene Autoren haben bisweilen Probleme mit dem ersten Wort oder dem ersten Satz. Aber es lohnt sich offenbar, loszulegen und die Worte fließen zu lassen. "Das Tagebuchschreiben sorgt oft für eine höhere Lebenszufriedenheit, mehr Optimismus und besseren Schlaf", erklärt Paul Henkel, Journaling-Coach und Buch-Autor ("52 Schreibübungen zum Stressabbau"). Sogar das Immunsystem soll durch das regelmäßige Niederschreiben der Gedanken profitieren.

Dabei ist dem Experten zufolge nicht wichtig, ob man an die Worte an das "liebe Tagebuch" selbst richtet oder einen Brief an einen fiktiven Gesprächspartner schreibt. Wichtig ist, sich mit dem Journaling wohlzufühlen und einen Anfang zu machen - beispielsweise mit dem Kauf einer schönen Kladde oder indem man ein Dokument mit einer schönen Schriftart auf dem Computer einrichtet.

Und dann? Einfach schreiben. "Es gibt kein richtig oder falsch. Rechtschreibung und Grammatik sind egal, keiner wird den Text je sehen", sagt Henkel im Interview mit den Kollegen von RTL.de. "Man kann auch einfach mal aufschreiben, dass einem nichts einfällt, um den Stift in Bewegung zu halten. Eigene Erwartungen loszulassen, das Gedankenkarussell runterfahren und die Intuition kommen lassen." „Schreibblockaden treten häufig auf, wenn man zu hohe Erwartungen an sich stellt, es besonders gut machen will“, weiß Paul Henkel. Davon sollte man sich beim Journaling lösen.

Es gibt auch fertig strukturierte Tagebücher, die den Einstieg erleichtern, etwa das "6-Minuten-Tagebuch", in dem täglich kurze Fragen beantwortet werden müssen. Nach einem ganz ähnlichen Prinzip funktionieren Bücher wie das "Dranbleiben-Erfolgsjournal" oder "Ein guter Tag".

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"Finde ich total gut für den Einstieg", lobt Paul Henkel. "Die meisten sind auch wissenschaftlich fundiert." Allerdings würde der Autor immer das freie Schreiben vorziehen, zumindest für Schreibfreudige: Damit bringe man eine tiefergehende Emotion ein. "Und es stellt sich kein Abnutzungseffekt ein, weil man nicht immer nur die gleichen Fragen beantwortet." Das Schreiben mit Stift auf Papier entschleunige. Außerdem aktiviert es mehr Gehirnregionen.

Kann die zu Papier gebrachte Selbstreflexion auch schaden? Henkel zufolge sollte sich besser nicht in negative Gedankenspiralen schreiben. Aus Sorge davor gar nicht über Krisen oder Belastendes zu schreiben, sei aber auch keine Lösung. "Wenn man merkt, es tut einem nicht gut, sollte man es lassen." Oder über andere Dinge schreiben. Die Fokussierung auf positive Erlebnisse kann bei der Themeneingrenzung schon helfen. Es gibt diverse Tagebuch-Varianten, die sich für erste Schreibversuche anbieten:

Dankbarkeitstagebuch

Diese Variante empfiehlt Journaling-Experte Paul Henkel vor allem Einsteigern: "Einfach drei gute Dinge notieren, die an diesem Tag passiert sind."

Traumtagebuch

Wecker stellen und die Träume der Nacht gleich frisch festhalten. Wenig später sind sie meist schon vergessen. Da muss man auch gar nicht lange überlegen, worüber man schreibt

Reisetagebuch

Wer viel unterwegs ist, trägt jeden Tag ein, was er erlebt oder gesehen hat: Orte, Eindrücke, Stimmungen. Gerne Fotos oder Eintrittskarten von den Ereignissen beilegen.

Schwangerschaftstagebuch/Babytagebuch

Wer gerade Mutter wird oder geworden ist, kann diese spannende Lebensphase thematisieren und damit festhalten. Das Kind wird sich in ein paar Jahren darüber freuen.

Quelle: ntv.de