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Baden-WürttembergWarum OB Palmer die eine oder andere Entschuldigung bereut

20.03.2026, 15:15 Uhr
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Tübingens OB Boris Palmer bereut auch nach zahlreichen Skandalen kein einziges seiner Worte – und hält Entschuldigungen oft nur für ein taktisches Manöver.

Stuttgart/Tübingen (dpa/lsw) - Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer ist schon oft angeeckt mit seinen häufig umstrittenen Äußerungen. Seine Provokationen kosteten den früheren Grünen-Politiker das Parteibuch, sie machten ihn aber auch zu einem der bekanntesten Politiker des Landes. Zwar bereue er keine dieser Äußerungen, er habe es seinen Gegnern aber auch zu leicht gemacht, ihn zu diskreditieren, sagt Palmer nun im "Spiegel"-Interview.

"Ich habe nichts verbrochen", betont der 53-Jährige und ergänzt: "Nein, ich bereue nichts, was ich gesagt habe." Er habe sich das eine oder andere Mal auch nur entschuldigt, um weiteres Unheil abzuwenden, "ohne das überhaupt so zu meinen".

Zudem halte er es "für eine Unsitte, dass man Leute so lange öffentlich mit Schlamm bewirft, bis sie Entschuldigung sagen, nur um ihren Kopf zu retten". Palmer räumt allerdings auch ein: "An manchen Stellen habe ich mich so vergaloppiert, dass ich eine Entschuldigung für angemessen hielt."

Provokationen als Markenzeichen

Palmer ist seit 2007 Oberbürgermeister in der schwäbischen Universitätsstadt. Mit pointierten Äußerungen etwa zur Flüchtlingspolitik sorgte der parteilose Kommunalpolitiker immer wieder für Kontroversen und sah sich Rassismusvorwürfen ausgesetzt. Unter anderem beharrt er trotz heftiger Kritik weiter darauf, das sogenannte N-Wort zu verwenden. Zuletzt hielt er sich allerdings deutlich mit Provokationen zurück.

Mit dem "N-Wort" wird eine früher in Deutschland gebräuchliche rassistische Bezeichnung für Schwarze umschrieben. Der damalige Grünen-Politiker Palmer hatte jene Bezeichnung 2021 in einem Facebook-Beitrag über den früheren Fußball-Nationalspieler Dennis Aogo benutzt, der einen nigerianischen Vater hat.

Palmer zuletzt wieder stärker im Gespräch

Palmer war in den vergangenen Wochen wieder stärker ins Rampenlicht getreten, weil es Spekulationen darüber gab, dass er Minister in der künftigen Landesregierung werden könnte. Er hatte vor wenigen Tagen allerdings mitgeteilt, er wolle Oberbürgermeister in Tübingen bleiben.

Quelle: dpa

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