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Baden-Württemberg Intensive Wochen: VfB droht Abgang von Leistungsträgern

Stuttgarts Marc Oliver Kempf in Aktion. Foto: Tom Weller/dpa

(Foto: Tom Weller/dpa)

Nach dem 2:1 gegen Augsburg kann der VfB endgültig die nächste Bundesliga-Saison planen. Im Hintergrund arbeitet der Sportdirektor bereits am Kader für die kommende Spielzeit. Doch ihn begleiten viele Fragezeichen.

Stuttgart (dpa/lsw) - Der Klassenverbleib ist gesichert, doch die intensiven Wochen beginnen für Sven Mislintat erst jetzt. Nicht erst seit dem 2:1-Erfolg am Freitagabend über den FC Augsburg arbeitet der Sportdirektor des VfB Stuttgart mit Hochdruck am Kader für die kommende Saison in der Fußball-Bundesliga. Einige Personalien hat der 48-Jährige bereits geklärt, doch für fast alle seiner begehrten Jung-Profis gilt nach einer starken Spielzeit des Aufsteigers mehr denn je: Nichts ist klar. Dem VfB könnte sogar der Abgang mehrerer Leistungsträger drohen.

"Du kannst nie mit Garantie sagen, was bis zum 31. August noch passiert", sagte Mislintat am Samstag. "Ich glaube, dass es sehr realistisch ist, dass es Versuche geben wird, den einen oder anderen von uns wegzukaufen." Einen Ausverkauf fürchte er jedoch nicht. Aber dass noch komplizierte Tage auf ihn und den VfB zukommen könnten, zeigt das Beispiel Marc Oliver Kempf. Der Innenverteidiger spielt in den Planungen von Trainer Pellegrino Matarazzo eine feste Rolle. Seit Wochen liegt ihm daher ein Angebot zur Verlängerung seines am 30. Juni 2022 auslaufenden Vertrags vor. Doch dieses lehnte der 26-Jährige nun ab.

"Die Agentur von Kempfi und Kempfi selbst haben, Stand jetzt, entschieden, dieses Angebot nicht anzunehmen", erklärte der 48-Jährige. "Sie haben einfach ganz klar gesagt, das ist nicht ausreichend. Und das ist in Ordnung." Das bringe den VfB aber nun in eine schwierige Position. Denn Mislintat muss sich nach mindestens einer Alternative für die Dreierkette umschauen. Nicht nur Kempf, der eine Ausstiegsklausel im zweistelligen Millionenbereich besitzt, könnte den VfB noch in diesem Sommer verlassen. Auch ein Verbleib des vom FC Arsenal ausgeliehenen Konstantinos Mavropanos bleibt unsicher.

Beim Griechen bemüht Mislintat sich um eine weitere Leihe über die aktuelle Saison hinaus. "Die Gespräche werden jetzt stattfinden, aber dem kann man keinen zeitlichen Rahmen geben." Was die Abwehrzentrale angeht, scheint - Stand jetzt - nur der Verbleib von Waldemar Anton halbwegs sicher. Wobei auch für den ehemaligen U21-Nationalspieler noch Angebote kommen könnten. Genau wie für die ebenfalls begehrten Gregor Kobel, Borna Sosa, Nicolas Gonzalez, Orel Mangala oder Torjäger Sasa Kalajdzic. Der Österreicher hatte gegen Augsburg in der 74. Minute per Kopf den Siegtreffer erzielt.

Die kommenden Wochen bleiben also spannend für Mislintat und den VfB. Auch, weil niemand vorhersehen kann, wie sich der Transfermarkt unter Corona-Bedingungen entwickelt. Immerhin bei einer Personalie ist sich der Sportdirektor sicher. Mit einem Abschied von Trainer Matarazzo rechnet er nicht. "Ich bin der festen Überzeugung, dass Rino ein absoluter Top-Trainer ist und dass er irgendwann ein Champions-League-Team trainieren wird. Aber genauso sicher bin ich, dass er nächstes Jahr noch unser Trainer ist", sagte er.

© dpa-infocom, dpa:210508-99-516788/3

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