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Baden-WürttembergPolizist wegen Vergewaltigung angeklagt

08.07.2026, 11:14 Uhr
Nach-Kontrollen-wegen-Prostitution-soll-ein-Mannheimer-Polizist-zwei-Frauen-in-einem-Hotel-zum-Geschlechtsverkehr-gedraengt-haben

Die Polizei ermittelt in einem Mannheimer Hotel wegen unerlaubter Prostitution. Nach Feierabend kehrt einer der Beamten zurück ins Hotel - um die kontrollierten Frauen erneut zu treffen.

Mannheim (dpa/lsw) - Wegen des Verdachts der Vergewaltigung hat die Staatsanwaltschaft Mannheim Anklage gegen einen Polizisten erhoben. Der 38 Jahre alte Beamte vom Polizeipräsidium Mannheim soll zwei mutmaßliche Opfer von Zwangsprostitution zum Sex gedrängt haben. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten, führte der Polizist im Juni vergangenen Jahres Personenkontrollen in einem Mannheimer Hotel durch. Zeugen hatten zuvor gemeldet, dass in dem Hotel illegale Prostitution betrieben werde.

Den beiden kontrollierten Frauen soll der Polizeibeamte angekündigt haben, dass sie eine Strafe zahlen müssten. Als die Frauen mutmaßlich sagten, dass sie das nicht könnten, soll der Polizist erwidert haben, dass man dies auch anders lösen könne.

Am selben Abend soll er die beiden 22 und 29 Jahre alten Frauen außerhalb seiner Dienstzeit wieder im Hotel aufgesucht und ihnen eine Geldstrafe oder eine Verhaftung angedroht haben, sofern sie nicht mit ihm Geschlechtsverkehr hätten. Aus Angst sollen die Frauen mit ihm Sex gehabt haben. Später offenbarten sie sich einem anderen Polizisten, wodurch das Ermittlungsverfahren eröffnet wurde.

Vom Dienst suspendiert

Der Beamte soll bei der Personenkontrolle im Hotel nicht gewusst haben, dass die beiden Frauen unter einem Vorwand nach Deutschland gelockt und zur Prostitution gezwungen worden sein sollen. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Verdachts der Vergewaltigung in zwei tateinheitlichen Fällen erhoben. Das Polizeipräsidium Mannheim hat ein Disziplinarverfahren gegen den Beamten eingeleitet und ihn suspendiert. Das Amtsgericht Mannheim muss jetzt über die Zulassung der Anklage entscheiden.

Quelle: dpa

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