Baden-WürttembergWaldbrandgefahr wächst – Feuerwehr stellt sich neu auf

Die Feuerwehr in Baden-Württemberg bereitet sich auf Großbrände vor. Warum dabei spezielle Schutzkleidung eine wichtige Rolle spielt.
Stuttgart (dpa/lsw) - Längere Trockenphasen und ausgedörrte Vegetation können auch in Baden-Württemberg kleine Brände schnell zu Großlagen machen. Die Feuerwehr bereitet sich deshalb gezielt auf Waldbrand-Szenarien vor, die lange vor allem aus Südeuropa bekannt waren.
"Wir nehmen den Klimawandel wahr und bereiten uns darauf vor. Der nächste große Waldbrand ist nur eine Frage der Zeit", sagt Stefan Hermann, Kommandant der Feuerwehr Reutlingen und Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg.
Ziel: "Vor der Lage bleiben"
Die Feuerwehr wolle "vor der Lage bleiben", sagte Hermann. Darauf reagieren die Einsatzkräfte nicht nur mit mehr Übungen, sondern mit einem Umbau in der Vorbereitung: klare Konzepte für Vegetationsbrände gehören dazu ebenso wie gemeinsame Standards mit Forst und Behörden. Außerdem geht es darum, Lücken bei Erfahrung, Taktik und Ausrüstung zu schließen.
Die Gemeindefeuerwehren greifen laut dem Innenministerium auf rund 1.000 geländegängige Tanklöschfahrzeuge sowie Spezialfahrzeuge für die Waldbrandbekämpfung und die Löschwasserförderung zurück.
Bei außergewöhnlichen Einsatzlagen unterstützen aus der Luft Hubschrauber der Polizei, die mit Außenlast-Löschwasserbehältern ausgerüstet sind, wie es auf der Homepage heißt.
Woran hapert es?
Grundsätzlich seien die Feuerwehren gut ausgestattet - "aber nicht für Vegetationslöschungen", sagte Hermann. Es fehle an geeigneter Schutzkleidung. "Wir haben Schutzkleidung, die dafür da ist, uns zu schützen, wenn ein Gebäude brennt und wir in das brennende Gebäude reingehen, um Menschen zu retten. Das heißt, die ist schwer, die ist dick, die schützt vor Stichflammen", erklärte Hermann.
Wenn man aber bei großen Temperaturen draußen arbeite, zum Beispiel bei einem Waldbrand oder auch bei einem Verkehrsunfall, brauche man leichtere Kleidung.