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Rheinland-Pfalz & SaarlandUnimedizin-Chef: Pläne zur Krankenversicherung tun uns weh

09.07.2026, 04:02 Uhr
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In dieser Woche soll das Gesetz zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung beschlossen werden. Der Chef der einzigen Uniklinik in Rheinland-Pfalz erklärt, was das Gesetz für sein Haus bedeutet.

Mainz (dpa/lrs) - Nach Meinung des Vorstandsvorsitzenden der Universitätsmedizin Mainz geht es bei der Reform der gesetzlichen Krankenversicherung zu sehr ums Sparen. "Man hat jetzt das Gefühl, dass vor allem gespart wird und die strategischen Überlegungen diesmal nicht so sehr eine Rolle spielen. Im Grunde geht es um Kürzung", sagte Ralf Kiesslich der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.

Mit dem geplanten Gesetz zur Stabilisierung der Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung müsse ein Haus wie die Unimedizin zum ohnehin eingeschlagenen Kurs der wirtschaftlichen Konsolidierung zusätzlich sparen. Das Gesetz bringe rund 25 Millionen Euro pro Jahr als zusätzliche Belastung. "Das tut uns weh", sagte er. Das mache den Weg der Entschuldung noch einmal schwieriger.

Kiesslich spricht von Sondersituation der Unikliniken

"Ich kann nur sagen, dass es im Bereich komplexer universitärer Medizin schwierig ist, zu sparen", betonte der Klinikchef. "Die Universitätskliniken sind das Rückgrat, wir sind in Krisen immer dafür da, auch Dinge möglich zu machen, die an anderer Stelle nicht mehr gehen." Deshalb habe er die Bitte, die Sondersituation der Universitätskliniken, die fast alle defizitär seien, noch einmal zu berücksichtigen.

Auch abseits der Unikliniken beschäftigten die Pläne der Bundesregierung nach Einschätzung von Kiesslich viele Häuser. Er habe selten erlebt, dass so viel Emotionalität in einem Thema stecke. Viele Partner, auch andere Krankenhäuser, sagten, dass dieses Gesetz ihnen besonders weh tue und die Gefahr recht hoch sei, dass Insolvenzen einfach ungeplant auftreten könnten.

Defizit soll weiter reduziert werden

Die Unimedizin müsse selbst ihre Hausaufgaben machen, um ihr Defizit abzubauen. Dass das Minus 2025 auf 75 Millionen Euro reduziert worden sei, zeige, dass angestoßene Zukunftsprogramme greifen würden. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir auch dieses Jahr wieder eine Verbesserung des Gesamtergebnisses erzielen - das zudem auch wieder besser ist, als das, was im Aufsichtsrat als Wirtschaftsplan für dieses Jahr verabschiedet wurde."

"Wir hatten, was wirtschaftliche Führung angeht, in den letzten Jahren sicherlich Defizite", sagte Kiesslich. "Da sind wir jetzt auf einem besseren Niveau, was Steuerungsmöglichkeiten angeht."

Es sei gut, dass in Deutschland langfristig hochspezialisierte Medizin über Leistungsgruppen gebündelt werden solle. "Da sind wir dran, uns darauf auszurichten, auch in Kooperationen mit anderen Kliniken. Es geht darum, Patientenströme ganz anders zu denken." Ein Beispiel sei ein gemeinsames, trägerübergreifendes Lungenzentrum mit dem Marienkrankenhaus in Mainz. "Das sind neue Strukturen, so etwas gab es bisher nicht."

Quelle: dpa

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