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Baden-WürttembergWarum Kretschmann nicht über seine Internatszeit reden will

10.02.2026, 15:13 Uhr
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Der Ministerpräsident hat keine guten Erinnerungen an seine Internatszeit. Zu Prügeleien sei es dort gekommen, gar zu sexuellen Übergriffen, berichtet er. Weiter will er sich dazu nicht äußern.

Stuttgart (dpa/lsw) - Ministerpräsident Winfried Kretschmann möchte sich nicht ständig öffentlich zu seiner Vergangenheit im Internat äußern. "Ich erzähle ihnen jetzt keine Details aus meinem Internatsleben", sagte der Grünen-Politiker in Stuttgart auf die Frage einer Journalistin. "Das ist jetzt an die 60 Jahre her und das muss man nicht nochmal aufrühren." Die Sachen seien alle bekannt - von Prügeleien, Angstmachen bis hin zu sexuellen Übergriffen, so der Regierungschef.

Kretschmann besuchte nach der Volksschule ein katholisches Internat im oberschwäbischen Riedlingen, das er aber mit 16 Jahren wieder verließ, um ans Gymnasium zu wechseln. Später berichtete er von gewalttätigen Erziehungsmethoden dort. In seiner Internatszeit habe er eine Abscheu gegen autoritäre Strukturen entwickelt, sagte er einst rückblickend.

In einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" hatte Kretschmann vor kurzem erst erzählt, seine Eltern seien an sich liberal gewesen, hätten ihn aber in ein autoritäres katholisches Internat geschickt, "in dem alles stattgefunden hat, was man darüber heute so weiß". Auch in der Vergangenheit hatte er sich immer wieder kritisch über die Zeit geäußert. So hatte er seine Zeit am Internat einmal als "einfach schlimm" bezeichnet, der Gehorsam habe über allem gestanden. "Wenn man schlechter als eine 4- hatte, musste man sich beim Rektor Ohrfeigen abholen", hatte der Ministerpräsident damals erzählt.

Quelle: dpa

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