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Baden-WürttembergWarum sich das Niedrigwasser sogar noch verschärfen könnte

08.08.2026, 04:01 Uhr
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(Foto: Thomas Riedel/dpa)

Seit Monaten fällt zu wenig Regen, die Wasserstände sinken weiter. Warum kurzfristige Niederschläge die Situation kaum entspannen können, erklärt der aktuelle Lagebericht.

Karlsruhe (dpa/lsw) - Trotz der bereits extrem niedrigen Wasserstände rechnen Experten nicht mit einer schnellen Verbesserung der bedrohlichen Lage in Flüssen und Seen. Im Gegenteil: "Eine nachhaltige Entspannung ist derzeit nicht in Sicht", teilte das Niedrigwasser-Informationszentrum Baden-Württemberg mit. "Das Niedrigwasser wird sich voraussichtlich weiter verschärfen."

Im Lagebericht des NIZ zu den Flüssen und Seen heißt es unter anderem, die Wasserstände seien größtenteils auf einem extrem niedrigen Niveau und sänken weiter. Derzeit meldeten 64 Prozent aller Pegel "extrem niedrige" Wasserstände, fast der gesamte Rest sei wegen "sehr niedriger" Wasserstände alarmiert.

Regen wird nicht viel verbessern

Die Lage dürfte sich nach Einschätzung des NIZ auch nach dem Regen nicht entspannen, der in der Nacht zum Montag und zum Wochenbeginn in einigen Regionen erwartet wird. Der Niederschlag könne zwar einzelne Pegel kurzzeitig steigen lassen, teilt das NIZ mit. An der allgemeinen Niedrigwasserlage dürfte sich aber nichts ändern.

Denn der Regen werde - wenn überhaupt - meist kurz und intensiv sein. Er fließt laut NIZ überwiegend oberirdisch ab, statt Böden und Grundwasser nachhaltig aufzufüllen. "Flächendeckender, ergiebiger Landregen ist weiterhin nicht in Sicht", hieß es.

Laut NIZ waren seit November vergangenen Jahres bis auf den Februar alle Monate zu trocken. Im Juli fielen landesweit rund 40 Millimeter Regen, üblich wären 91 Millimeter. Im Juni waren es etwa 55 statt 107 Millimeter.

Bodensee bleibt im Minus

Auch der Bodensee liegt deutlich unter den üblichen Werten. Am Pegel Konstanz wurden am 7. August im Tagesmittel 285 Zentimeter gemessen - der Wert liegt nach Angaben der Hochwasser-Vorhersage-Zentrale Baden-Württemberg deutlich unter dem historischen Mittelwasserstand von 412 Zentimetern und auch unter dem Vorjahreswert von 400 Zentimetern - und das NIZ erwartet weiter sinkende Werte. "Entsprechend dem natürlichen Jahresgang ist in den kommenden Wochen tendenziell mit einem Rückgang der Seewasserstände zu rechnen", heißt es.

Rhein und Donau extrem niedrig

Auch am Oberrhein ist die Lage extrem. Am Pegel Maxau wurden 321 Zentimeter gemessen (7. August), der saisonale Mittelwert des Wasserstands liegt dort im August an normalen Sommertagen aber bei etwa 500 Zentimetern. Eigentlich treten in Maxau die jährlichen Niedrigstwasserstände in der Regel im Herbst oder Winter auf.

Auch die Donau ist extrem niedrig; am Pegel Hundersingen wird ein weiterer Rückgang vorhergesagt. Am Neckar wird die Lage derzeit noch als "sehr niedrig" eingestuft. Nach den Vorhersagen dürfte der Fluss in den kommenden Tagen aber die extreme Niedrigwasserstufe 2 erreichen. Auch die Wassertemperaturen in Rhein, Neckar, Donau und Nebenflüssen liegen deutlich über den langjährigen Mittelwerten.

Quelle: dpa

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