Baden-WürttembergWas Pendler am Warnstreiktag beachten müssen

Streik bei Bus und Bahn trifft viele Städte in Baden-Württemberg. Autofahrer brauchen mehr Geduld - und müssen sich auf Nebel und vereinzelt Glätte einstellen.
Stuttgart (dpa/lsw) - Zum Start in die neue Woche müssen sich viele Menschen bei wechselhaftem Wetter in Baden-Württemberg auf längere Wege und mehr Verkehr einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat für Montag zu einem ganztägigen Warnstreik im kommunalen Nahverkehr aufgerufen. Betroffen sind Stuttgart, Karlsruhe, Heilbronn, Freiburg, Baden-Baden, Esslingen und Konstanz. In den bestreikten Städten dürften Busse und Straßenbahnen weitgehend im Depot bleiben.
Wer stattdessen mit dem Auto fährt, hat es laut Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in den frühen Morgenstunden gebietsweise mit Nebel zu tun, vor allem in Oberschwaben und im Umfeld der Mittelgebirge. Von Westen her ist außerdem mit etwas Regen zu rechnen. Örtlich könne es durch überfrierende Nässe glatt werden, insbesondere im Hochschwarzwald.
Verdi fordert höhere Zuschläge
In Stuttgart wird die SSB bestreikt - die S-Bahn fährt hingegen regulär, da sie von der Deutschen Bahn betrieben wird. Der Warnstreik ist Teil der laufenden Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr. Verdi will mit dem Ausstand den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. In Baden-Württemberg arbeiten rund 6.700 Menschen in diesem Bereich. Für sie verhandelt Verdi mit dem hiesigen Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV).
Dieses Mal geht es nicht um höhere Löhne, sondern um den Manteltarifvertrag und damit um die Arbeitsbedingungen. Verdi fordert unter anderem höhere Zuschläge für Überstunden, Nacht- und Wochenendarbeit sowie Zulagen entsprechend der jeweiligen Entgeltstufe. Die Gewerkschaft argumentiert, dass Überstunden derzeit günstiger seien als Neueinstellungen und die Belastung der Beschäftigten stetig steige.
Die Arbeitgeber reagierten mit Unverständnis auf die Ankündigung der Warnstreiks und verwiesen auf die angespannte Finanzlage. Die Streiks seien unverantwortlich und schadeten dem Vertrauen der Fahrgäste in einen verlässlichen Nahverkehr. Am 9. Februar sollen die Tarifverhandlungen in Stuttgart fortgesetzt werden.