Baden-WürttembergWasserrohrbruch legt Kult-Mineralbad Berg in Stuttgart lahm

Ein Wasserrohrbruch setzt das Technikzentrum des Mineralbads Berg unter Wasser. Die beliebte Stuttgarter Therme bleibt auf unbestimmte Zeit geschlossen.
Stuttgart (dpa/lsw) - Das beliebte Mineralbad Berg in Stuttgart bleibt infolge eines Wasserrohrbruchs bis auf weiteres geschlossen. Dies teilte die Kommune mit. An einer Hauptversorgungsleitung vor dem Bad sei in der Nacht auf Dienstag ein Schaden aufgetreten. Dadurch sei Wasser über das Foyer in den Technik-Keller des Gebäudes eingedrungen und habe diesen komplett unter Wasser gesetzt. Auf Anweisung der Feuerwehr erfolgte die Schließung. Wie lange sie andauert, war zunächst unklar. Über die Höhe des Schadens konnte die Kommune vorerst noch keine Angaben machen.
Die Feuerwehr brauchte mehrere Stunden, um den Technikraum leer zu pumpen, wie ein Sprecher mitteilte. Nun soll ein Gutachter den entstandenen Schaden in dem Bad aufnehmen. "Wir befürchten, dass es keine schnelle Geschichte wird." Die Ersatzbeschaffung der technischen Gerätschaften werde sicherlich nicht einfach, weil sie zum Teil individuell angefertigt wurden.
Bad mit Kultstatus
Das Bad genießt bei seinen Stammbesuchern einen gewissen Kultstatus. Es war in der Vergangenheit längere Zeit geschlossen und wurde nach Abschluss der Sanierungsarbeiten im Sommer 2020 wieder eröffnet. Von manchen Stuttgartern wird es "Neuner" genannt, weil es einst vom königlichen Hofgärtner Friedrich Neuner gegründet wurde.
Stuttgart besitzt das größte Vorkommen an Mineralwasser in Deutschland. In Europa liegt die Landeshauptstadt auf Platz zwei, direkt nach Budapest. Entsprechend traditionsreich ist die Badekultur. In Stuttgart gibt es gleich mehrere Mineralbäder. Rund 44 Millionen Liter Mineralwasser sprudeln täglich aus den Stuttgarter Quellen - ein Teil davon fließt in die drei städtischen Thermen: Leuze, Solebad Cannstatt und das Mineralbad Berg.