Regionalnachrichten

Nordrhein-WestfalenMordauftrag wegen Trennungs- und Sorgerechtsstreit?

12.05.2026, 15:21 Uhr
Vor-dem-Landgericht-Koeln-hat-ein-Prozess-gegen-eine-Mutter-und-eine-Tochter-begonnen-die-einen-Mord-an-dem-Mann-der-Tochter-geplant-haben-sollen

Mutter und Tochter sollen die Ermordung des Schwiegersohns beziehungsweise Ehemanns auf Mallorca geplant haben. Jetzt stehen sie in Köln vor Gericht.

Köln (dpa/lnw) - Eine 62-Jährige und ihre 36 Jahre alte Tochter stehen wegen versuchter Anstiftung zum Mord vor dem Kölner Landgericht. Die beiden Frauen sollen im September 2025 versucht haben, den Ehemann der 36-Jährigen durch einen Auftragskiller auf Mallorca umbringen zu lassen.

Laut Anklage sollen Mutter und Tochter im September 2025 den Entschluss gefasst haben, den Ehemann der 36-Jährigen, mit dem sie einen fünfjährigen Sohn hat, "vor dem Hintergrund andauernder Trennungs- und Sorgerecht-Streitigkeiten" töten zu lassen. Die beiden Frauen seien übereingekommen, dass sich die 62-jährige Berlinerin, die sich zu dem Zeitpunkt - ebenso wie ihr Schwiegersohn - auf der Ferieninsel Mallorca aufgehalten habe, an einen Gastronomen wenden und diesen fragen solle, ob "er jemanden kenne, der für Geld den Geschädigten (…) töten werde".

Der Mann, der in der Ortschaft Sa Torre ein italienisches Restaurant betreibe, habe dies "zum Schein" bejaht und einen Betrag von 5.000 Euro genannt, woraufhin die 62-Jährige eine Anzahlung von 1.000 Euro geleistet habe. Zudem habe sie dem Gastronomen Fotos vom Schwiegersohn sowie dessen Haus auf Mallorca überreicht. Die 36-Jährige habe sich derweil mit ihrem Sohn in ihrer Wohnung in Frechen bei Köln aufgehalten, so der Staatsanwalt bei der Anklageverlesung.

Der Gastronom auf Mallorca spielte nicht mit

Zwei Tage später habe die 62-Jährige den ausstehenden Betrag von 4.000 Euro an den Restaurantbesitzer ausgehändigt, damit der geplante Mordanschlag noch vor der bevorstehenden Abreise des Schwiegersohns erfolgen könne. Der Gastronom habe das Geld zwar entgegengenommen, aber zu keinem Zeitpunkt beabsichtigt, "eine Person mit der Tötung des Geschädigten zu beauftragen". Vielmehr habe er den Geschädigten "über die Pläne seiner Frau und seiner Schwiegermutter" informiert. Daraufhin sei der Mann noch am selben Abend nach Köln zurückgeflogen und habe tags drauf Anzeige bei der Polizei erstattet.

Die Angeklagten ließen über ihre Verteidiger mitteilen, dass sie zum Vorwurf zunächst schweigen. Der Prozess ist mit zehn weiteren Verhandlungstagen bis Mitte August terminiert.

Quelle: dpa

Regionales