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BayernBayerns Start-ups boomen – Rüstung zieht Milliarden an

17.03.2026, 13:59 Uhr
Eine-Drohne-des-Ruestungs-Start-Ups-Helsing

Inmitten aller Krisennachrichten eine frohe Botschaft: In Bayern florieren High-Tech-Start-ups. Doch der Boom verdankt sich zum Großteil der gefährlichen Weltlage: Rüstung zieht das meiste Geld an.

München (dpa/lby) - In Bayern boomen Start-ups: Im vergangenen Jahr haben im Freistaat 785 Jungunternehmen den Geschäftsbetrieb aufgenommen, 46 Prozent mehr als im Vorjahr, wie der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) mitteilte. Bayernweit sind demnach mittlerweile etwa 4.400 Start-ups aktiv, mehr als in jedem anderen Bundesland.

Dabei liegt der Großraum München mit über 2.400 dieser Nachwuchsunternehmen weit vor allen anderen Landesteilen. Der BIHK publizierte seinen neuen "Bayern Startup & Scaleup Monitor" in Kooperation mit dem Startup-Verband und dem Wirtschaftsministerium in München. Mit "Scaleups" sind im Branchenjargon schnell wachsende Firmen gemeint, die erfolgreich den Sprung zum größeren Unternehmen bewältigen.

Kontrapunkt zu Krisenmeldungen

Zudem fließt immer mehr Investorengeld in Jungfirmen: Allein in der Region München waren es von 2023 bis 2025 rund 6,4 Milliarden Euro, doppelt so viel wie in der Periode vor und zu Beginn der Corona-Pandemie in den Jahren 2018 bis 2020. "Bayern kann Start-ups und München leuchtet", sagte BIHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl - verbunden mit dem Appell an Bund und Staatsregierung, Gründern das Leben durch Bürokratieabbau zu erleichtern: "Man muss alle Blumen blühen lassen, und die müssen blühen dürfen."

Auf Platz zwei hinter München folgt in der Bayern-Rangliste mit großem Abstand und 319 Start-ups die Region Nürnberg, dahinter Augsburg (125) und Regensburg (104).

... doch Krisen sind ein Grund des Booms

Allerdings ist der Boom und der vermehrte Zustrom der Investorengelder zum großen Teil auf die gefährliche Weltlage zurückzuführen: In den vergangenen drei Jahren flossen 1,7 Milliarden Euro in Rüstungs-Start-ups, mit dem Drohnenhersteller Helsing an erster Stelle. Das ist nach Analyse des Startup-Verbands mehr als in jeder anderen Region Europas. "Wir sind europäische Spitze im Defense-Sektor rund um Sicherheit und Verteidigung", sagte Gößl. Hinter der Rüstung folgen Investitionen in Software- und KI-Firmen, wie Alexander Hirschfeld sagte, Leiter der Forschungsabteilung des Startup-Verbands.

Allerdings macht das Wachstum der Start-ups nicht die Arbeitsplatzverluste in der etablierten Industrie wett: Pro Monat gehen dort etwa 2.000 Jobs verloren, während die Nachwuchsunternehmen im Saldo geschätzt etwa 500 Menschen monatlich einstellen, wie Gößl sagte. "Das Ziel muss wirklich heißen, dass wir das multiplizieren können in den nächsten Jahren. Volle Fahrt voraus für Start-ups."

Gründe des bayerischen - und speziell des Münchner - Erfolgs sind demnach vor allem die Nähe zu Universitäten, Forschungseinrichtungen und etablierten Unternehmen, gründerfreundliche Politik und die Attraktivität für begabte Nachwuchskräfte aus aller Welt. Ein Manko bleibt aber der schwierige Zugang zu Investorengeldern. Verglichen mit den US-Startup-Hochburgen Boston oder San Francisco und Umland fließt dem bayerischen Startup-Monitor zufolge sehr viel weniger Geld in die hiesigen Jungunternehmen.

Quelle: dpa

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