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BayernGroße regionale Unterschiede beim Übertritt in Bayern

30.04.2026, 13:45 Uhr
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Am Montag stehen wieder Übertrittszeugnisse an. Welches Kind auf welche weiterführende Schulform wechselt, hängt aber nicht nur an den Noten. Was noch den Ausschlag gibt.

München (dpa/lby) - Beim Wechsel auf die weiterführende Schule gibt es in Bayern große regionale Unterschiede. In Summe besuchten nach Auskunft des Kultusministeriums in den vergangenen Jahren stets rund 40 Prozent der Schülerinnen und Schüler nach der Grundschule ein Gymnasium. Jeweils um die 28 Prozent gingen auf Real- oder Mittelschule. Doch regional schaut die Verteilung teils ganz anders aus, wie eine Datenanalyse des Bayerischen Rundfunks (BR) bis hinunter auf Landkreisebene ergeben hat.

So wechselten zum Schuljahr 2024/25 in Oberbayern fast 45 Prozent der meist Zehnjährigen auf das Gymnasium - aber nicht einmal 32 Prozent ihrer Altersgenossinnen und -genossen aus Niederbayern. Bei den Realschulen reicht die Spreizung von rund 32 Prozent in Schwaben und Niederbayern bis knapp 26 Prozent in Oberbayern und Oberfranken, wie das Ministerium auf Nachfrage bestätigte. Die Mittelschule besuchten fast 34 Prozent der neuen Fünftklässler aus Niederbayern, während es in Oberbayern nur knapp 26 Prozent waren.

Realschulen auf dem Land positiver wahrgenommen

Die Unterschiede erklärt der Bildungsexperte Marcel Helbig laut BR damit, dass Familien in ländlichen Regionen öfter als in Städten ihre Kinder trotz einer Gymnasialempfehlung auf die Realschule schickten. Das habe die Konsequenz, dass auch viele leistungsstarke Kinder die Realschule besuchten und die Realschule auf dem Land dadurch als starke Schulform wahrgenommen werde. Die Wahl der neuen Schule hänge aber auch vom Bildungshintergrund der Eltern ab, ergänzte Helbig dem BR zufolge. Ebenso könne die Erreichbarkeit der Schulen und die Infrastruktur vor Ort eine Rolle spielen.

Am kommenden Montag bekommen die Mädchen und Jungen in den vierten Klassen in Bayern ihre Übertrittszeugnisse. Darin enthalten ist eine Schullaufbahnempfehlung, die im Normalfall festlegt, welche weiterführende Schule die Kinder besuchen dürfen. Entscheidend dafür ist die Gesamtdurchschnittsnote in den drei Fächern Deutsch, Mathematik sowie Heimat- und Sachunterricht. Die Selektion in diesem jungen Alter sorgt seit langem für harsche Kritik von Bildungsforschern.

Quelle: dpa

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