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Bayern Printpreis für Finanzmagazin und Innovationsplattform

Philipp Welte, Vorstand Medienmarken National bei Hubert Burda Media Holding, und Vizepräsident des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ). Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

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Gleich vier Staatspreise vergibt Bayern an die Medienbranche: für Buch, Film, Fernsehen - und dazu den Printpreis. Die Verleihung ist für den Ministerpräsidenten und einstigen Journalisten Söder Chefsache.

München (dpa/lby) - Der Bayerische Printpreis geht in diesem Jahr an drei Projekte mit großer Bandbreite: Ausgezeichnet werden ein Finanzmagazin speziell für Frauen, eine Innovationsplattform in Netz und Zeitung sowie die Firmenbroschüre eines Architekturspezialisten.

Den zusätzlichen Ehrenpreis des bayerischen Ministerpräsidenten bekam am Donnerstagabend auf Schloss Nymphenburg in München - wie schon zuvor bekannt - Burda-Vorstand Philipp Welte. Er sei "ein leidenschaftlicher Kämpfer für eine freie und unabhängige Medienlandschaft", hatte Regierungschef Markus Söder (CSU) den Manager schon vorab gewürdigt. Preise seien eine Auszeichnung für Geleistetes, aber auch eine Verpflichtung, nicht nachzulassen, sagte er bei der Preisverleihung.

Welte sagte in seiner Dankesrede: "Es ist eine Auszeichnung für meinen Berufsstand." Verlage verstünden sich als ein "Bollwerk gegen die Lügen" in sozialen Netzwerken. "Die Heimat des Journalismus sind die Verlage." Journalisten und Verlage stünden für die Freiheit der Information. "Die freie Presse ist unverzichtbar, wenn unsere Welt eine freie bleiben soll."

Welte hatte seine Karriere bei Hubert Burda Media im Jahr 1994 als Kommunikationschef begonnen. Er wechselte 2006 zum Springer-Konzern. Ende 2008 wurde er in den Burda-Vorstand berufen. Dort verantwortet der 59-Jährige seither das nationale Verlagsgeschäft des Konzerns mit Unternehmenssitz Offenburg und München.

Der Bayerische Printpreis ist neben Bayerischem Film-, Fernseh- und Buchpreis einer der vier Staatspreise für die Medienbranche. Er wird alle zwei Jahre verliehen - diesmal für 2020/21. Der Preis sei ein Bekenntnis zu Print und zur Weiterentwicklung von Print, sagte Söder.

Den Preis der Kategorie "Zeitung" erhielt die Mediengruppe Pressedruck ("Augsburger Allgemeine") für das Projekt "Rocketeer". Die Plattform für Innovation, Transformation und Digitalisierung startete als Festival, inzwischen gibt es neben dem Netzangebot auch ein Magazin, eine Tageszeitungsbeilage und Social-Media-Communities. Die Jury lobte "das herausragende Marketing und das stimmige, zukunftsgerichtete Gesamtkonzept".

Die Kategorie "Zeitschrift" ging an den Finanzen Verlag aus München für sein neues Magazin "Courage". Das Finanz- und Karrieremagazin richtet sich in erster Linie an Frauen. Die Jury würdigte, "Courage" trage "mit seinem Fokus und Konzept besonders dem Kriterium Innovation Rechnung".

In der Kategorie Druck bekam Gerber Print aus München den Preis für die Unternehmensbroschüre des Architekturspezialisten Brüderl aus dem oberbayerischen Traunreut (Landkreis Traunstein). Die Jury urteilte: Das Projekt "beweist handwerkliches Spiel und Innovation, ohne aufdringlich zu sein".

In ihrer Festrede rief die Vorsitzende der Geschäftsleitung des Maschinenbauers Trumpf, Nicola Leibinger-Kammüller, die klassischen Medien zum Einsatz für "geistige Vielfalt" auf. Dies sei vielleicht "geradezu eine Bürgerpflicht, für die es couragierte Journalistinnen und Journalisten, Verlegerinnen und Verleger braucht". Der Begriff der Öffentlichkeit dürfe nicht allein von Klicks und Likes abhängig gemacht werden.

Der Printpreis wird vom Verband Bayerischer Zeitungsverleger (VBZV), dem Verband der Zeitschriftenverlage in Bayern (VZB) und dem Verband Druck und Medien Bayern bundesweit ausgeschrieben. Aus den diesmal rund 100 Einreichungen für die drei Kategorien waren neun Projekte und Unternehmen für den diesjährigen Preis nominiert worden.

Die Auszeichnungen werden seit dem Jahr 2000 verliehen. Der Ehrenpreis des Ministerpräsidenten gilt einer Persönlichkeit, die sich in besonderer Weise um den Printmedienstandort Bayern verdient gemacht hat.

© dpa-infocom, dpa:211028-99-778113/3

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