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Bayern Verzögerung bei Pooltests: Verband vermisst Schulbücher

Ein Arzt macht einen Abstrich für einen Corona-Test. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/Symbolbild

(Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/Symbolbild)

Keine Luftreiniger und eine anfällige Online-Lernplattform. Solche Probleme machten im vergangenen Jahr viel Ärger in Bayern. Und jetzt fehlen auch noch analoge Lernmittel.

Augsburg (dpa/lby) - Nach den langen Ferien läuft an den bayerischen Schulen weiter nicht alles rund. So wird die angekündigte Umstellung der Coronatests in den Grund- und Förderschulen noch nicht in der kommenden Woche überall möglich sein. Zudem kritisierte der Bayerische Philologenverband (BPV) am Freitag, dass an Gymnasien Schulbücher fehlten. Betroffen davon sei vor allem die neunte Jahrgangsstufe des neuen neunjährigen Gymnasiums.

Wie eine Recherche der Deutschen Presse-Agentur in Schwaben ergab, haben einige Grundschulen die Einführung der sogenannten Lollitests verschoben. Teils werden die Lehrer auch erst in der kommenden Woche über die Pooltests im Detail informiert. Das Kultusministerium in München hatte angekündigt, dass diese Tests "ab dem 20. September an Grund- und Förderschulen für noch mehr Sicherheit sorgen" würden.

Der bayernweite Projektstart für die neuen Pooltests bleibe wie geplant nächste Woche, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Freitag - ergänzte aber: "Das bedeutet auch, dass es nicht ab Montag mit der neuen Testung losgehen muss."

Es könne aus unterschiedlichen Gründen zu Verzögerungen kommen. So könne es sein, dass Einverständniserklärungen der Eltern fehlten, es zu Lieferschwierigkeiten komme oder noch nicht alle Daten im System eingegeben seien. In diesen Fällen würden noch "für eine kurze Übergangszeit" die bisherigen Selbsttests weiter verwendet, erläuterte der Sprecher.

Die bildungspolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Gabriele Triebel, kritisierte, die Verzögerung habe sich abgezeichnet und müsse von der Schulfamilie ausgebadet werden. "Gute Planung sieht anders aus!"

Bei den neuen PCR-Tests, die im Labor ausgewertet werden und die als genauer gelten als die bisherigen Schnelltests, sollen die Kinder an zwei Tupfern lutschen. Zunächst werden die Proben von allen in einem größeren Röhrchen gesammelt - also als Pool - untersucht. Findet sich ein Hinweis auf eine Infektion in der Klasse, werden die zweiten Proben der Kinder einzeln analysiert.

Lehrerverbände hatten das Projekt bereits kritisiert, weil es zu kurzfristig von den Schulen eingeführt werden müsse. "Das Schuljahr beginnt, wie das alte geendet hat: Hektik, Stress und großer Druck", sagte die Vorsitzende des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands, Simone Fleischmann, zur Wochenmitte.

Erst wenige Tage vor Beginn des Schuljahrs habe das Ministerium über die neuen Pooltests informiert, bemängelte auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Mit dem unrealistischen Zeitplan habe sich erneut gezeigt, "wie weit entfernt das Kultusministerium von der schulischen Realität ist".

Der Philologenverband bemängelte auch noch ein anderes Problem: Seit Jahren stehe fest, dass die neunten Klassen der Gymnasien aufgrund eines neuen Lehrplans auch neue Bücher benötigten. Diese Bücher seien noch nicht ausgeliefert. Die Ursache dafür sei unklar, teilte der BPV mit.

In den Lehrerzimmern werde sogar über Papiermangel spekuliert. "Es kann nicht sein, dass die Schulen in den Ferien palettenweise Corona-Selbsttests angeliefert bekommen, bei Lehrwerken vielfach aber leer ausgehen", kritisierte Verbandschef Michael Schwägerl.

Auch andere Themen, wie die immer noch unzureichende Versorgung der Schulen mit Luftreinigern, hatten in den Tagen seit dem Start des neuen Schuljahres am vergangenen Dienstag Diskussionen ausgelöst. Im vergangenen Schuljahr gab es zudem an vielen Schulen Probleme mit der Lernplattform Mebis, wodurch der Distanzunterricht erschwert wurde.

© dpa-infocom, dpa:210917-99-258181/3

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