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Bayern Wildschweine mit Halsband-Sendern: Kampf gegen Schweinepest

Ein Wildschwein schaut aus einem Wildschweingehege. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild

(Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild)

Grafenau (dpa/lby) - Erstmals sind im Freistaat nach Forscherangaben Wildschweine mit GPS-Sendern an Halsbändern unterwegs. Wegen der sich rasant ausbreitenden afrikanischen Schweinepest wollen Wissenschaftler im Nationalpark Bayerischer Wald so den Aktionsradius der Tiere verfolgen. 10 Wildschweine liefern bereits Daten, 30 weitere sollen folgen, wie der Nationalpark am Mittwoch in Grafenau bekanntgab.

In den nächsten Jahren sollen Daten über die Größe der Streifgebiete, zurückgelegte Tagesstrecken und saisonale Wanderungen der Tiere gesammelt werden. Solche Informationen werden den Angaben nach vor allem zur Berechnung von Sperrzonen bei der Schweinepest benötigt.

"Um das Virus bei einem Ausbruch eindämmen zu können, müssen wir wissen, wie groß die Aktionsräume der Wildschweine sind", sagte Projektkoordinator Christian Fiderer. "Vor allem über das Verhalten bei hohen Schneedecken in den Hochlagen wissen wir bislang kaum etwas."

Die Forscher wollen auch mehr über den Einfluss der Jagd auf das Bewegungsverhalten der Tiere erfahren. Die großen, jagdfreien und aneinander angrenzenden Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava (Tschechien) seien ein europaweit einmaliges Beobachtungsgebiet. Nach ersten Erkenntnissen legen die mit Sendern bestückten Tiere in diesen Regionen auch über die Parks hinaus weite Strecken zurück - einmal 18 Kilometer an einem Tag.

Alle Jäger in den angrenzenden Gebieten bittet der Nationalpark um Rücksicht: Die Tiere mit kaum zu übersehenden gelben Halsbändern sollten verschont werden.

© dpa-infocom, dpa:211208-99-306379/2

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