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Berlin & Brandenburg Afghanische Ortskräfte in Brandenburg erwartet

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Brandenburg bereitet sich auf die Ankunft von rund 100 Ortskräften und deren Angehörigen aus Afghanistan vor, die nach der Machtübernahme der Taliban mit einem Bundeswehr-Einsatz gerettet wurden. Der Konvoi aus Frankfurt/Main verzögert sich.

Doberlug-Kirchhain (dpa/bb) - Etwa 100 Ortskräfte und ihre Angehörigen aus Afghanistan sollen am Donnerstag mit Bussen nach Brandenburg kommen. Allerdings verzögerte sich die Abfahrt des Konvois aus Frankfurt am Main nach Angaben des Innenministeriums. Da mit einer Fahrzeit von sieben bis acht Stunden gerechnet werden müsse, sei mit der Ankunft der Menschen erst am späten Abend zu rechnen, sagte Ministeriumssprecher Martin Burmeister. Zunächst war der Konvoi am späten Nachmittag in der Erstaufnahme in Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster) erwartet worden.

Inwieweit die Ortskräfte und ihre Angehörigen auf mehrere Bundesländer aufgeteilt werden, war zunächst unklar. Sie wurden im Rahmen der Rettungsaktion der Bundeswehr nach der schnellen Machtübernahme der islamistischen Taliban aus Afghanistan ausgeflogen. Brandenburg hatte dem Bund wie andere Bundesländer die Aufnahmebereitschaft für die Erstversorgung signalisiert.

Der Sprecher des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Jochen Hövekenmeier, sagte: "Es ist wichtig, dass wir diesen Menschen jetzt Schutz bieten und sie erst einmal in Ruhe ankommen können." Das BAMF koordiniert gemeinsam mit dem Bundesinnenministerium die Verteilung zur Erstaufnahme in die Länder.

In Frankfurt/Main waren am frühen Donnerstagmorgen weitere Maschinen mit hunderten Menschen an Bord gelandet, die aus Afghanistan in Sicherheit gebracht worden waren. Rund 500 Menschen befanden sich an Bord der beiden gecharterten Flieger von Lufthansa und Uzbekistan Airways. Nach der Ankunft wurde zunächst geprüft, ob es sich um Ortskräfte, Asylsuchende oder Staatsbürger anderer europäischer Staaten handelt. Die Maschinen waren in der usbekischen Hauptstadt Taschkent gestartet. Dorthin hatte die Bundeswehr die Menschen aus der afghanischen Hauptstadt Kabul gebracht.

Brandenburg hatte sich auf die Ankunft der Ortskräfte und deren Familien vorbereitet. "Wir müssen damit rechnen, dass es sich um traumatisierte, teilweise schwerst traumatisierte Menschen handelt", sagte Innenminister Michael Stübgen (CDU) am Donnerstag im rbb-Inforadio. "Die haben in den letzten Tagen und Wochen Dinge erlebt, die wir uns gar nicht vorstellen können." Sie müssten erst einmal zur Ruhe kommen.

Bei der Erstversorgung sollen die Menschen zum Beispiel ein Hygienepaket und andere Dinge wie Windeln für Kleinkinder, Kleidung und Medizin erhalten. Sie kämen dann drei Tage in Quarantäne, sagte Stübgen. Voraussichtlich bis Dienstag blieben die Menschen in Doberlug-Kirchhain im Süden Brandenburgs und würden dann möglicherweise auf die Bundesländer verteilt.

© dpa-infocom, dpa:210819-99-896673/3

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