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Berlin & BrandenburgBekannter Komponist: Retrospektive für Ryuichi Sakamoto

07.09.2026, 15:19 Uhr
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(Foto: Domenico Stinellis/AP/dpa)

Selbst die U-Bahnfahrt wird mit seiner Musik zum meditativen Erlebnis. Der Hamburger Bahnhof widmet dem japanischen Komponisten erstmals in Europa eine große Ausstellung.

Berlin (dpa/bb) - Hollywoodstar Leonardo DiCaprio kämpfte sich zu seiner Musik in "The Revenant" durch die Wildnis, für den Soundtrack zu "Der letzte Kaiser" gewann er einen Oscar. Nun ist dem Komponisten Ryuichi Sakamoto (1952-2023) eine neue Ausstellung in Berlin gewidmet. Der Hamburger Bahnhof zeige die erste große Retrospektive des japanischen Künstlers in Europa, sagte Kuratorin Ingrid Buschmann.

Sakamoto sei Popstar, Komponist, Pianist, Medienkünstler und Aktivist gewesen, erklärte sie. International bekanntgeworden sei Sakamoto Ende der 1970er Jahre als Mitbegründer der Gruppe Yellow Magic Orchestra. Lange bevor Begriffe wie Techno selbstverständlich geworden seien, habe er etwa mit elektronischen Instrumenten experimentiert.

Arbeit mit David Bowie

Sakamoto komponierte Musik für etliche Filme, zum Beispiel für den Kriegsfilm "Merry Christmas, Mr. Lawrence" mit David Bowie. Später habe er zunehmend Installationen in den Mittelpunkt seines Schaffens gerückt, sagte Buschmann.

Die Ausstellung heißt "seeing sound, hearing time" (übersetzt: "Klang sehen, Zeit hören"). Gezeigt werden mehrere Rauminstallationen, in denen man Sakamotos Musik hören und dazu große Videoinstallationen verschiedener Künstler sehen kann. In einem der schwarzen Räume steht auch ein Klavier, das bei einem Erdbeben beschädigt wurde.

Die gezeigten Werke sind laut Museum überwiegend in den letzten Lebensjahren des Künstlers entstanden. Sakamoto war im Alter von 71 Jahren nach einer Krebserkrankung gestorben. Die Ausstellung ist damit auch ein Stück weit eine Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit.

Am Mittwoch beginnt die Art Week

Die Retrospektive, die am Donnerstagabend eröffnet wird, ist auch im Rahmen der diesjährigen Berlin Art Week zu sehen. Das Kunstfestival beginnt am Mittwoch und diesmal beteiligen sich laut Veranstalter mehr als 100 Museen, Galerien, Privatsammlungen und Projekträume.

Während des mehrtägigen Kunstfestivals sind bis einschließlich Sonntag zum Beispiel auch Performances, Workshops und Führungen geplant. Die Art Week findet zum 15. Mal statt. Die Kunstmesse Positions für zeitgenössische und moderne Kunst findet in der Zeit ebenfalls statt, und zwar im Flughafen Tempelhof.

Quelle: dpa

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