Berlin & BrandenburgRund 16.000 Straftaten gegen Ukrainer in Berlin angezeigt

Körperverletzung, Diebstahl, Bedrohung: In Berlin zählt die Polizei zahlreiche Straftaten gegen Ukrainerinnen und Ukrainer.
Berlin (dpa/bb) - In den knapp vier Jahren seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine hat die Polizei in Berlin 16.120 Straftaten gegen Menschen mit der ukrainischen Nationalität gezählt. Die häufigsten dieser Taten waren verbreitete Delikte wie Körperverletzung, Diebstahl sowie Bedrohung und Nötigung. Das geht aus einer Antwort der Senatsinnenverwaltung und der Polizei auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Vasili Franco hervor, die der dpa vorliegt. In weniger als der Hälfte der Fälle wurden mutmaßliche Täter festgestellt.
Die jährliche Zahl der Straftaten gegen Ukrainerinnen und Ukrainer stieg von knapp 2.700 im Jahr 2022 über etwa 4.000 (2023) und 4.500 (2024) auf 4.618 im Jahr 2025. Ähnlich wuchs in dieser Zeit auch die Zahl von Ukrainern in Berlin auf inzwischen rund 70.000.
Hohe Zahl an Körperverletzungen
Die meisten dieser Straftaten wurden in Mitte (2.619) und Charlottenburg-Wilmersdorf (2.481) registriert, die wenigsten in Treptow-Köpenick (696) und Steglitz-Zehlendorf (575).
Rund 4.200 der angezeigten Taten gegen Ukrainer waren Körperverletzungen. Das ist mehr als ein Viertel, ein beträchtlich höherer Anteil, als dieses Delikt sonst in der Kriminalstatistik ausmacht. Die Zahl der Diebstähle lag bei knapp 3.000. Dazu kamen Delikte wie Beleidigung, Betrug, Unterschlagung, Sexualdelikte, Raub und Sachbeschädigung.
Grünen-Innenpolitiker: Politische Motivation nicht immer erkannt
Politisch motiviert waren in der Statistik der Polizei 37 Taten, darunter Beleidigungen, Volksverhetzungen und Körperverletzungen. Der Senat stellte aber auch fest, dass rechtsextreme Medien Aussagen gegen ukrainische Flüchtlinge verbreiteten, indem sie etwa eine angebliche Bevorzugung von ukrainischen Flüchtlingen behaupteten.
Der Grünen-Innenpolitiker Franco sprach von einer "auffällig hohen Anzahl an Körperverletzungen gegen ukrainische Staatsangehörige", die alarmierend sei. Solidarität mit der Ukraine müsse konkreter sein. Viele politisch motivierte Straftaten gegen Ukrainer würden bisher nicht als solche erfasst, weil sie nicht angezeigt würden oder die politische Motivation nicht erkannt werde, so Franco.