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Berlin & BrandenburgIran-Krieg verstärkt Angst in jüdischen Gemeinden

03.03.2026, 14:26 Uhr
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Angst im Alltag: Der Iran-Krieg erschüttert das Sicherheitsgefühl von Juden auch hierzulande. Für den Antisemitismus-Beauftragten sind Israel-Reisen vorerst tabu.

Potsdam (dpa/bb) - Der Iran-Krieg hat das Unsicherheitsgefühl in jüdischen Gemeinden nach Ansicht des Beauftragten gegen Antisemitismus in Brandenburg noch einmal erhöht. Antisemitische Spannungen nähmen auch in Deutschland spürbar zu, und im Internet sei ein deutlicher Anstieg antisemitischer Hetze zu beobachten, sagte Andreas Büttner der dpa in Potsdam.

Der Krieg im Nahen Osten überschattet unter anderem das Purim-Fest, das derzeit gefeiert wird. Es ist eines der fröhlichsten Feste von Jüdinnen und Juden. Veranstaltungen würden teilweise verschoben oder nur eingeschränkt begangen, sagte der Antisemitismus-Beauftragte Büttner.

"Es gibt ein massives Unsicherheitsgefühl." Er gehe davon aus, dass iranische Netzwerke oder Sympathisanten in Europa Attacken auslösen könnten gegen israelische und jüdische Ziele, so Büttner.

Geplanter Flug nach Israel abgesagt

Zudem habe er die Teilnahme an einer bevorstehenden internationalen Konferenz in Israel mit dem Western Galilee College abgesagt. "Ich wäre am 9. März geflogen. (...). Aber ich nehme nur jemandem den Platz im Bunker weg."

Thüringens Verfassungsschutzpräsident Stephan Kramer sagte dem "Handelsblatt": "Die Gefahr, dass der Iran verdeckte Operationen in westlichen Staaten wie Deutschland durchführt, ist absolut real. Wir haben eine anhaltend hohe Gefährdungslage."

Die Bundesregierung sieht nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran keine wesentliche Verschlechterung der Sicherheitslage in Deutschland.

Quelle: dpa

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