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Berlin & BrandenburgCDU gewinnt Landratswahl in Spree-Neiße knapp vor AfD

22.03.2026, 21:14 Uhr
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Es ist ein Wahl-Krimi: Lange sieht es so aus, als könne sich die AfD einen ersten Landratsposten in Brandenburg sichern. Letztlich setzt sich der CDU-Bewerber durch.

Forst (dpa/bb) - Im Landkreis Spree-Neiße hat der CDU-Kandidat Martin Heusler die Stichwahl um den Landratsposten in einem knappen Rennen vor der AfD gewonnen. Heusler kam nach Auszählung aller Stimmen auf 51,5 Prozent der Stimmen.

Die AfD-Bewerberin Christine Beyer, die im ersten Wahldurchgang vor zwei Wochen die meisten Stimmen bekommen hatte, erhielt 48,5 Prozent. Sie lag lange Zeit vorn, die Briefwahl drehte wie schon einige Male zuvor die Wahl. Die Wahlbeteiligung lag bei 52,7 Prozent.

AfD stellt weiter keinen Landrat in Brandenburg

Damit stellt die AfD, die der Verfassungsschutz in Brandenburg als rechtsextremistisch einstuft, in dem Bundesland weiter keinen Landrat. Knapp war es zuletzt auch für AfD-Politikerin Antje Ruhland-Führer in der ersten Landratswahl dieses Jahres in Oberspreewald-Lausitz: Sie unterlag in der Stichwahl mit 46,6 Prozent der Stimmen.

Deutschlandweit wäre es der zweite Sieg der AfD bei einer Landratswahl gewesen. In Thüringen hatte die AfD im Juni 2023 eine Landratswahl gewonnen: Im Landkreis Sonneberg ist Robert Sesselmann, zuvor Landtagsabgeordneter in Erfurt, seitdem Chef des Landratsamts.

Wahlsieger: Bürger brauchen Gewissheit

Heusler ist CDU-Fraktionsvorsitzender in Kolkwitz, er gehört auch dem Kreistag Spree-Neiße an. Der 40-Jährige will neue Arbeitsplätze schaffen, Feuerwehren, Sanitäter und Katastrophenschützer besser ausstatten, Mobilfunklücken schließen und die medizinische Versorgung sichern.

Wahlsieger Heusler sagte, ihm sei bewusst gewesen, dass es knapp werde. "Ich werte das Ergebnis vor dem Hintergrund des Strukturwandels", führte er aus. "Die Leute brauchen jetzt Gewissheit an vielen Punkten. Das wird die Aufgabe der Zukunft sein, den Strukturwandel zu gestalten und die Leute vor Ort mitzunehmen."

AfD wertet Ergebnis als Erfolg

"Fast jeder zweite Wähler im Landkreis Spree-Neiße hat sich für die AfD entschieden – das ist ein starkes Signal!", sagte AfD-Landeschef René Springer nach der Wahl laut einer Mitteilung. Das Ergebnis zeige, dass die Zustimmung für die Partei von Wahl zu Wahl wachse.

"Der Rückhalt für die AfD wird größer." Die AfD wolle weiter daran arbeiten, "politische Verantwortung in Brandenburg zu übernehmen und die Interessen der Bürger konsequent zu vertreten".

Beyer lag im ersten Wahlgang vorn

Mit 42,4 Prozent der Stimmen hatte Beyer die absolute Mehrheit im ersten Wahlgang verpasst. CDU-Kandidat Heusler war mit 30,5 Prozent der Stimmen auf Platz zwei gelandet.

Der bisherige Amtsinhaber Harald Altekrüger von der CDU hatte in Spree-Neiße seit 2010 das Landratsamt inne. Er verabschiedet sich in den Ruhestand.

AfD-Hochburg Spree-Neiße

Schon bei den vergangenen Wahlen zeigte sich der Landkreis Spree-Neiße als AfD-Hochburg: Bei der Kommunalwahl im Juni 2024 erzielte die AfD hier mit 38,2 Prozent ihr stärkstes Ergebnis in Brandenburg – fast doppelt so viele Stimmen wie die CDU mit 20,1 Prozent.

Bei der Landtagswahl im September 2024 erreichte die AfD im Wahlkreis Spree-Neiße II mit 41,7 Prozent das stärkste Ergebnis in Brandenburg bei den Zweitstimmen.

Quelle: dpa

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