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Berlin & BrandenburgBrandenburg bei Wohnungslosigkeit unter Bundesdurchschnitt

25.03.2026, 13:09 Uhr
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In Brandenburg gab es im vergangenen Jahr mehrere Tausend wohnungslose Menschen. Sozialminister Wilke ordnet die Zahl bundesweit ein und geht auch auf die neue Grundsicherung ein.

Potsdam (dpa/bb) - Brandenburg hat rund 4.900 wohnungslose Menschen und damit weniger als die meisten anderen Länder. "Im Vergleich der Bundesländer sind wir da weit unter dem Bundesdurchschnitt", sagte Sozialminister René Wilke (SPD) im Sozialausschuss des Landtags.

In Brandenburg seien 19 Menschen pro 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner wohnungslos, bundesweit seien es im Durchschnitt 57. Diese Zahlen stammen von Januar 2025.

"Jede einzelne Person davon ist eine zu viel", sagte Wilke. Wohnungslose Menschen, die in der Statistik gezählt werden, sind in kommunalen Unterkünften untergebracht. Wer obdachlos auf der Straße lebt, wird dabei nicht registriert.

Meiste Wohnungslose in Potsdam

Von den 4.855 wohnungslosen Menschen in Brandenburg Ende Januar 2025 lebte knapp die Hälfte in Potsdam. Im Landkreis Spree-Neiße gab es die wenigsten Wohnungslosen, genau zehn.

Bundesweit hatten 86 Prozent der untergebrachten Wohnungslosen eine ausländische Staatsangehörigkeit, die meisten von ihnen kamen aus der Ukraine.

Minister verteidigt neue Grundsicherung

Die neue Grundsicherung wird in Brandenburg nach Ansicht des Ministers nicht zu neuen Härten führen. "Man muss wirklich sehr vieles falsch gemacht haben - ich sage das so deutlich -, um überhaupt von Sanktionen in diesem Ausmaß betroffen sein zu können", sagte Wilke.

Selbst wenn man Fehler mache und Dinge vernachlässige, gebe es viele Zwischenschritte, die die absolute Eskalationsstufe verhinderten. Wer dann noch darunter falle, bei dem handele es sich um einen Extrem- oder Sonderfall.

Aus dem Bürgergeld soll die neue Grundsicherung werden. Für rund 5,5 Millionen Bezieherinnen und Bezieher in Deutschland bedeutet das deutlich schärfere Regeln und Vorgaben wie die Möglichkeit von Komplettsanktionen für Verweigerer.

Der Bundesrat berät am Freitag abschließend über das Gesetz. Minister Wilke verteidigte die Einführung. Es gebe sonst kein Instrument für Menschen, die unkooperativ seien und die Leistung bekommen wollten, ohne Mitwirkung zu zeigen, sagte Wilke.

Quelle: dpa

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