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Berlin & BrandenburgBegleitet von Protest: Anna Netrebko in Staatsoper gefeiert

30.03.2026, 03:23 Uhr
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(Foto: Stephan Rabold/Staatsoper Unter )

Starsopranistin Anna Netrebko wird in der Staatsoper Unter den Linden bejubelt. Sie ist in Verdis "Un ballo in maschera" zu sehen. Mit dem Auftritt sind nicht alle einverstanden.

Berlin (dpa/bb) - Begleitet von Protesten hat die Berliner Staatsoper eine Premiere mit Starsopranistin Anna Netrebko gefeiert. Die aus Russland stammende Sängerin ist in der Neuinszenierung von Giuseppe Verdis "Un ballo in maschera" zu sehen - vom Publikum wurde sie am Sonntagabend bejubelt. Vor dem Gebäude hatten vorab etwa 50 Menschen mit ukrainischen Fahnen gegen ihren Auftritt protestiert.

Die Demonstranten riefen zum Beispiel "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" oder skandierten "Russia is a terrorist state" ("Russland ist ein terroristischer Staat").

Netrebko war nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 wegen mutmaßlicher Nähe zu Präsident Wladimir Putin in die Kritik geraten. Unter anderem hatte sie 2021 im Kreml in Moskau ihren 50. Geburtstag gefeiert. Ihr Management verwies stets darauf, dass Netrebko sich gegen den Krieg ausgesprochen habe.

Netrebko singt zu den Festtagen

Die Sopranistin, die neben dem russischen auch den österreichischen Pass besitzt, war zum Beispiel im Sommer beim Musikfestival "Classic Open Air" auf dem Berliner Gendarmenmarkt aufgetreten. Auch an der Staatsoper Unter den Linden war sie in vergangenen Jahren zu sehen.

Netrebko habe sich öffentlich von Russland distanziert und sei nicht mehr dort gewesen, hatte Intendantin Elisabeth Sobotka laut Staatsoper zu einem früheren Engagement erklärt. Aus künstlerischer Sicht sei sie eine Ausnahmekünstlerin.

In "Un ballo in maschera" des italienischen Komponisten Verdi (1813-1901) singt Netrebko zu den Festtagen der Staatsoper die Rolle der Amelia. Der rund dreistündige Abend stand unter der musikalischen Leitung von Enrique Mazzola, für die Musiker und Sänger gab es viel Applaus. Regisseur Rafael R. Villalobos griff in einigen Szenen die queere Ballroom-Szene und die Aidskrise auf, für seine Inszenierung gab es auch einige Buhrufe.

Quelle: dpa

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