Berlin & BrandenburgWie es der Vogelwelt nach dem frostigen Winter geht

Nach dem eisigen Winter sind viele Vögel wieder zurück in Berlin und Brandenburg. Doch nicht alle Vogelarten haben Eis und Kälte gut überstanden. Und was macht die Vogelgrippe?
Berlin (dpa/bb) - Mit dem Frühling kehren viele Vögel nach Berlin und Brandenburg zurück oder können sich von dem teilweise sehr kalten Winter erholen. "Die harte Zeit ist vorbei, die Berliner Wintervogelwelt hat das überstanden", sagte der Berliner Wildtierexperte Derk Ehlert. In Brandenburg sind demnach die Störche bereits da und auch in Berlin sind die Graugänse und Kraniche größtenteils schon wieder eingetroffen. Als Sommergast folgt Ehlert zufolge bis Mitte April die Nachtigall. Bis Mitte Mai seien dann alle Vögel wieder in Berlin.
Die Besonderheit in diesem Winter sei nicht nur die Kälte, sondern die damit verbundenen zugefrorenen Gewässer gewesen, erklärte Ehlert. Dadurch litten vor allem die Wasservögel stark. So seien die Kormorane etwa nicht erfroren, sondern vielmehr verhungert, da sie durch die Eisschicht nicht an Nahrung kamen.
Auch den Eisvogel habe es wirklich erwischt, so Ehlert. So gebe es bei der Art einen Rückgang von 80 Prozent oder mehr. Allerdings können sie ihren Verlust durch sogenannte Schachtelbruten in den kommenden Jahren ausgleichen. Seinen Schätzungen zufolge könnte es in drei bis vier Jahren wieder einen Normalbestand geben.
"Unsere heimischen Arten sind auf die hier herrschenden klimatischen Verhältnisse angepasst und haben Strategien entwickelt mit Kälte, Schnee und Eis einigermaßen klarzukommen", resümierte eine Sprecherin des Brandenburger Naturschutzbundes. Verluste in der Tierwelt würden in der Regel in den späteren Jahren wieder ausgeglichen. Wichtig sei dabei für alle Vögel, dass sich andere Faktoren, etwa weniger Insekten als Nahrung, nicht verschlechtern.
Was ist mit der Vogelgrippe?
Ein Thema, das die Vogelwelt jedoch weiter beschäftigt, ist die Vogelgrippe. "Die Vogelgrippe ist nach wie vor da und wird uns leider weiter im Bann halten", sagte Ehlert. Allerdings werde sie zunächst abebben. Das liegt daran, dass die Vögel im Frühjahr eher einzeln in ihren Revieren leben und andere meiden. Dadurch ist der Kontakt von Tier zu Tier deutlich geringer und damit auch die Ansteckungsgefahr. Im Herbst hingegen, wenn sie sich auf den Weg gen Süden machen, leben sie dicht an dicht, erklärte der Experte. Das bedeutet, spätestens ab September und Oktober könne die Vogelgrippe wieder stärker grassieren.
In diesem Winter wurden bei 100 von 498 untersuchten toten Wildvögeln in Berlin die Vogelgrippe nachgewiesen, wie die Senatsverwaltung für Verbraucherschutz kürzlich auf eine parlamentarische Anfrage eines Berliner SPD-Abgeordneten mitteilte. Die Zahl bildet den Stand vom 5. März ab.