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Berlin & Brandenburg13-Jähriger findet seltene antike Münze in Berlin

15.04.2026, 15:25 Uhr
Eine-seltene-antike-griechische-Muenze-hat-ein-13-Jaehriger-in-Spandau-entdeckt-Nun-wird-sie-im-Archaeologie-Lab-Petri-in-Berlin-ausgestellt

Die Münze wiegt nur 7 Gramm und ist Jahrtausende alt. Forscher erklären, warum der Fund eine wissenschaftliche Besonderheit ist.

Berlin (dpa/bb) - Ein 13 Jahre alter Schüler hat eine seltene griechische Münze aus dem 3. Jahrhundert vor Christus auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche in Spandau entdeckt. Es handele sich um den ersten archäologischen Fund der griechischen Antike im Stadtgebiet, teilte das Landesdenkmalamt mit.

Das rund 7 Gramm schwere und 12 Millimeter große Bronzestück datiere in die Zeit zwischen etwa 281 und 261 vor Christus und sei eine hellenistische Prägung aus der Münzstätte Ilion, auch Troja genannt, im heutigen Gebiet der Nordwesttürkei. Auf der Vorderseite ist der Kopf der Göttin Athena mit korinthischem Helm zu sehen, die Rückseite zeigt Athena mit Kopfschmuck, einem Speer und einer Spindel.

"Wissenschaftliche Besonderheit"

Zunächst sei unklar gewesen, ob es sich um einen Fund aus einem archäologischen Kontext oder um ein neuzeitlich verlorenes Sammlerstück handele. Eine Überprüfung des Fundortes durch Fachleute habe jedoch eindeutige Hinweise auf eine langfristige Nutzung der Fläche als Bestattungsplatz ergeben. Keramikfragmente, Leichenbrand sowie ein Bronzedoppelknopf weisen den Angaben nach auf ein bronze- beziehungsweise früheisenzeitliches Gräberfeld hin. Weitere Funde aus der römischen Kaiserzeit und ein slawischer Messerscheidenbeschlag belegten eine Nutzung des Areals auch in späteren Epochen.

"Funde aus der klassischen Antike sind in Berlin insgesamt selten. Während römische Objekte vereinzelt, aber regelmäßig nachgewiesen werden können, fehlten bislang griechische Funde vollständig. Der aktuelle Fund stellt daher eine wissenschaftliche Besonderheit dar."

Münze für Besucher ausgestellt

Nicht abschließend geklärt sei bislang, wie die Münze aus dem antiken Griechenland in den nordmitteleuropäischen Raum gelangt sei. Bekannt sei, dass bereits in der Antike Handelskontakte zwischen dem Ostseeraum und dem Mittelmeer bestanden.

Da die Münze einen geringen Materialwert hat und in einem mutmaßlichen Gräberfeld gefunden wurde, gehen Forscher davon aus, dass sie eher einen symbolischen Wert hatte. Der Fund liefere neue Hinweise auf kulturelle Kontakte zwischen dem nordeuropäischen Raum und der griechischen Welt in der Antike.

Interessierte können die Münze ab dem 15. April im Petri Berlin im ersten Obergeschoss sehen.

Quelle: dpa

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