Berlin & BrandenburgBerliner Schüler protestieren gegen Wehrpflicht

"Bildung statt Bomben": Schülerinnen und Schüler demonstrieren in Berlin gegen eine mögliche Wehrpflicht. Welchen Politiker sie besonders ins Visier nehmen.
Berlin (dpa/bb) - Schülerinnen und Schüler haben in Berlin gegen eine mögliche Wehrpflicht protestiert. Im Zuge eines sogenannten Schulstreiks zogen sie in einem Demonstrationszug vom Brandenburger Tor durch den Tiergarten zur CDU-Zentrale. Die Polizei sprach von rund 1.200 Teilnehmern, die Veranstalter von 5.000.
Ihr Protest fällt auf ein historisch wichtiges Datum: Am 8. Mai wird an das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Befreiung vom Nationalsozialismus vor 81 Jahren erinnert. Auf Plakaten war zu lesen "Bildung statt Bomben", "Berlin statt Front" oder "Geld für Soziales statt Krieg".
Bundesweit Aktionen
Wie schon bei früheren derartigen Demos trugen einige Teilnehmer Plakate mit der Aufschrift "Merz leck Eier" oder mit entsprechenden Abbildungen. Demonstranten riefen den Slogan auch. Anfang März hatte die Berliner Polizei mitgeteilt, dass sie gegen den Träger eines solchen Plakats wegen Verdachts der Verleumdung von Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz ermittelt.
Anlässlich des Kriegsendes vor 81 Jahren fanden in mehreren deutschen Städten "Schulstreiks" gegen die Wehrdienst-Pläne der Bundesregierung statt. Das Gesetz über den neuen Wehrdienst war zum 1. Januar in Kraft getreten. Kern ist die verpflichtende Musterung für junge Männer ab dem Jahrgang 2008. So sollen Freiwillige für einen Ausbau der Truppe rekrutiert werden. Sollten die Zielkorridore verfehlt werden, kann der Bundestag über eine Wehrpflicht entscheiden.