Berlin & BrandenburgBrandenburgs Finanzämter brauchen sieben Wochen für Steuer

Die Finanzämter in Brandenburg haben für die Bearbeitung der Einkommensteuererklärung zuletzt länger gebraucht als im bundesweiten Durchschnitt. Wie viele Tage waren es, wo dauerte es am längsten?
Calau (dpa/bb) - Die Brandenburger Finanzämter haben zuletzt im Durchschnitt knapp 48 Tage für die Bearbeitung einer Einkommensteuererklärung gebraucht. Damit dauerte die Bearbeitung fast drei Tage länger als bundesweit. Das geht aus einer Antwort von Finanzminister Robert Crumbach (parteilos) auf eine Anfrage des BSW-Abgeordneten Sven Hornauf hervor. Die Bearbeitungszeit sei in den vergangenen Jahren jedoch spürbar kürzer geworden, betonte der Minister.
Für alle Einkommensteuerfälle des Veranlagungszeitraums 2024 brauchten die 13 Finanzämter laut Finanzministerium mit Stand Ende 2025 im Durchschnitt 47,6 Tage. Das seien 2,8 Tage weniger als im Jahr zuvor. Bundesweit habe die Dauer zum Jahresende 2025 dagegen um 1,8 Tage auf 44,9 Tage noch zugenommen.
Zwischen fast 37 Tagen und fast 57 Tagen
Die Unterschiede in Brandenburg sind groß: Das Finanzamt Calau brauchte demnach mit 56,98 Tagen - also gut acht Wochen - im landesweiten Vergleich am längsten. Im Eberswalder Finanzamt dauerte es 36,89 Tage - gut fünf Wochen. Calau lag damit allerdings noch unter der mit dem Land vereinbarten Zielmarke von 60 Tagen. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhielten dem Ministerium zufolge 2025 landesweit eine Erstattung von 1.518,49 Euro im Schnitt nach 1.432,91 Euro im Jahr 2024.
Das Internetportal lohnsteuer-kompakt.de hatte unter Verweis auf eigene Daten von mehr als einer Million Steuererklärungen berichtet, Brandenburg liege 2025 mit einer durchschnittlichen Bearbeitungszeit von 57,9 Tagen bundesweit auf dem vorletzten Platz vor Bremen. Das Finanzministerium erklärte, die Angaben von Softwareanbietern seien "nicht repräsentativ", da sie nur auf mit ihren Produkten erstellten Erklärungen beruhten.