Regionalnachrichten

Berlin & BrandenburgDeutlich weniger Asylanträge in Brandenburg

09.05.2026, 04:01 Uhr
In-Brandenburg-sind-zuletzt-deutlich-weniger-Asylantraege-gestellt-worden

In Brandenburg sind seit 2015 die Migrationszahlen deutlich angestiegen. Mittlerweile sinken die Zahlen. Zudem werden immer weniger Asylanträge gestellt.

Potsdam (dpa/bb) - In Brandenburg sind in den ersten drei Monaten dieses Jahres deutlich weniger Asylanträge gestellt worden als im Vorjahr. Im ersten Quartal seien 972 Asylanträge eingegangen, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es in der Summe 1.547 gestellte Asylanträge. Damit spiegelt sich auch in Brandenburg der bundesweite Rückgang an Asylanträgen wider.

Trend hält an

Die Entwicklung in Deutschland entspricht einem europaweiten Trend: Im vergangenen Jahr wurden in den 27 EU-Staaten und den beiden Partnerländern rund 822.000 Anträge registriert, was einem Rückgang um etwa ein Fünftel im Vergleich zu 2024 (minus 19 Prozent) entspricht. Dies geht aus dem neuen Jahresbericht der EU-Asylagentur EUAA mit Sitz in Malta hervor.

Grund für den deutlichen Rückgang ist dem Bericht zufolge vor allem, dass es weniger Asylanträge von Menschen aus Syrien (42.000, 2024 waren es 151.000), aber auch aus Bangladesch (37.000) und der Türkei (33.000) gab. In Syrien gibt es seit dem Sturz von Langzeitherrscher Baschar al-Assad Ende 2024 bei den Menschen Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Schärfere Regeln in der EU

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sieht sich durch die gesunkenen Asylzahlen in seinem Kurs bestärkt. Er sagt: "Wir haben aus einer Migrationswelle die Migrationswende gemacht." Die Bundesregierung setze auf Kontrolle und sei dabei, einen neuen Migrationspakt in Europa zu etablieren, "um die Zahlen der illegalen Migration weiter zu reduzieren".

Am 12. Juni tritt die europäische Asylreform in Kraft. Darüber war jahrelang verhandelt worden. Die EU-Staaten hatten sich in den vergangenen Monaten noch auf zusätzliche verschärfte Regeln geeinigt. Dazu zählt etwa, dass EU-Staaten Menschen einfacher in Drittstaaten abschieben können, zu denen diese keinerlei Verbindung haben.

Quelle: dpa

Regionales