Regionalnachrichten

Berlin & Brandenburg Digitaler Impfnachweis auch in Apotheken

.jpg

(Foto: Oliver Dietze/dpa)

Fast nur gute Nachrichten: Immer weniger Menschen in Brandenburg stecken sich mit dem Coronavirus an. Das Land steht vor weiteren Lockerungen. Ein digitaler Impfnachweis ist nun auch in Apotheken erhältlich. Aber: Es wird weiterhin mehr impfstoff gebraucht.

Potsdam (dpa/bb) - Der digitale Impfnachweis soll künftig den Alltag erleichtern - etwa beim Einkaufen, in Gaststätten oder am Flughafen. Mit Wochenbeginn stellen ihn auch Brandenburgs Apotheken aus. Wegen der großen Nachfrage kam es zu Beginn am Montagmorgen zu einer Überlastung der Server. Nach Angaben des Apothekerverbandes lag das an der Vergabe von neuen Passwörtern aufgrund höherer Sicherheitsanforderungen.

Durch diesen Anmeldeprozess sei es zu Problemen gekommen, erklärte Geschäftsführer Thomas Baumgart der Deutschen Presse-Agentur. Mittlerweile laufe aber alles reibungslos. Bis zum Mittag waren bereits 240.000 Impfzertifikate ausgestellt. 565 Apotheken sind Mitglied im Verband, davon haben sich Baumgart zufolge 460 für die Erstellung eines Impfnachweises angemeldet.

Der digitale Nachweis ist eine freiwillige Ergänzung des weiter gültigen gelben Impfheftes aus Papier. Der Nachweis wird in einem sogenannten QR-Code aus schwarzen und weißen Quadraten hinterlegt, der künftig in der Regel mit der zweiten Impfgang im Impfzentrum oder beim Arzt ausgehändigt wird. Wer in einem Impfzentrum geimpft wurde oder das Angebot von einem mobilen Impfteam genutzt hat, soll den QR-Code automatisch per Post bekommen.

Der Impfnachweis vereinfacht alltägliche Prüfvorgänge überall dort, wo in Europa ein Beleg für die Immunisierung vorgelegt werden muss. Das Zertifikat enthält nur Informationen zu Impfstatus, Namen und Geburtsdatum. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) soll die technische Lösung für die Arztpraxen in den nächsten ein bis zwei Wochen starten. Damit sollen auch sie die Impfnachweise ausstellen können. In den Impfzentren werden die Nachweise bereits seit vergangenem Donnerstag ausgestellt.

Einen Großteil der Impfzentren im Land werden die Kommunen spätestens zum 1. August von der Kassenärztlichen Vereinigung (KVBB) übernehmen. Neun von elf blieben erhalten, wie der Staatssekretär im Innenministerium, Markus Grünewald am Montag im Innenausschuss des Landtages mitteilte. Nur die Stadt Oranienburg und Elsterwerda (Elbe-Elster) werden demnach die jeweiligen Zentren nicht weiterführen.

"Das ist eine gute Nachricht für die KVBB", sagte ihr Sprecher Christian Wehry. Nun müsse mit allen Verantwortlichen gesprochen werden, um einen lückenlosen Übergang zu gewährleisten. Bei dem Impfgipfel am 10. Mai hatte die KVBB für alle Impfzentren in ihrer Regie den weiteren Betrieb bis zum 31. Juli zugesagt.

Der Impflogistikstab sieht unterdessen erste Anzeichen für ein Abflauen des Impfgeschehens in naher Zukunft. Das bemerke man unter anderem an freien Terminen in Impfzentren, berichtete Grünewald. Wenn man zudem die Genesenen berücksichtige und die weiter steigende Impfquote, könne die Herdenimmunität "relativ zügig" erreicht werden - ein Ende der Impfkampagne sei absehbar.

Insgesamt wurden in der vergangenen Woche nach Angaben des Impflogistik-Stabs 182.093 Impfdosen verabreicht - so viele wie noch nie in einer Woche (Stand 13. Juni). Grünewald wies aber auch darauf hin, dass der Lagerbestand des Landes bis auf 20.000 Impfdosen aufgebraucht sei. "Wir sind auch in Zukunft darauf angewiesen, dass Lieferungen des Bundes zeitnah entsprechend eintreffen."

Mittlerweile haben 1.180.066 Brandenburger den Angaben nach eine Erstimpfung erhalten - das entspricht einem Bevölkerungsanteil von 46,8 Prozent. 623.983 Menschen sind vollständig geimpft - ein Anteil von 24,7 Prozent der Bevölkerung. Damit liegt das Land im Vergleich mit den anderen Bundesländern nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) im hinteren Mittelfeld.

Landesweit sank die Sieben-Tage-Inzidenz auf den Wert 6,6, wie das Gesundheitsministerium am Montag in Potsdam mitteilte. Am Sonntag waren es 7,1 Ansteckungen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche, vor einer Woche 13,0. Prignitz bleibt weiter der einzige Landkreis mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von null.

Trotz sinkender Infektionszahlen erwartet das Gesundheitsministerium, dass die Maskenpflicht in bestimmten Bereichen weiter bestehen bleibt. "Wir alle wollen einen erneuten Anstieg verhindern", sagte Ministeriumssprecher Gabriel Hesse am Montag auf Anfrage. "Deshalb bleiben Maskenpflicht, Hygieneregeln und Testpflichten in bestimmten Situationen auch weiterhin wichtig."

In welchen Bereichen dies weiter gelten solle, werde das Kabinett am Dienstag in der neuen Umgangsverordnung beschließen. Bereits in der vergangenen Woche hatte es sich den Angaben zufolge darauf verständigt, dass die Maskenpflicht an Grundschulen und Horten mit Inkrafttreten der neuen Umgangsverordnung vollständig entfallen soll.

© dpa-infocom, dpa:210614-99-987555/3

Regionales
ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.