Regionalnachrichten

Berlin & BrandenburgE-Akte kommt nur langsam voran

03.04.2026, 05:02 Uhr
Die-E-Akte-soll-die-Papierakten-in-Behoerden-abloesen

Eine einheitliche E-Akte soll in der Berliner Verwaltung Papierberge und Insellösungen ablösen. Doch diverse Probleme bremsen das Projekt aus.

Berlin (dpa/bb) - Zehn Jahre nach Beschluss des Berliner E-Government-Gesetzes ist die dort festgelegte elektronische Aktenführung in der Verwaltung vielfach noch immer nicht umgesetzt. Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab, dass in den Bezirken bisher nur ein kleiner Teil der Beschäftigten mit IT-Arbeitsplatz im Regel- oder Testbetrieb mit digitalen Akten arbeitet.

Der Anteil bewegt sich demnach zwischen 5 Prozent in Steglitz-Zehlendorf oder Spandau und 20 Prozent in Reinickendorf. Aktenberge aus Papier gehören also vielfach weiter zum Alltag, genauso wie nicht einheitliche IT-Verfahren für bestimmte Bereiche. Vier der zwölf Bezirke antworteten nicht auf die Anfrage.

Softwarefehler und fehlendes Personal

Als großes Hindernis bei der Umstellung auf E-Akte benannten die Verantwortlichen in den Bezirksämtern fehlendes Personal bei der Einführung der neuen Prozesse und Arbeitsweisen. Ein weiteres Problem sei fehlerbehaftete Software, wodurch bestimmte Funktionen nur eingeschränkt nutzbar seien. Genannt werden zudem unter anderem Defizite in der Projektsteuerung und fehlende Akzeptanz der E–Akte bei Beschäftigten.

Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hatte im Juni 2022 angekündigt, die neue digitale Akte solle nach der berlinweiten Einführung für etwa 70.000 PC-Arbeitsplätze in rund 80 Behörden zur Verfügung stehen. Aktuell sind nach Angaben der Berliner Senatskanzlei landesweit in 40 Behörden etwa 10.000 Nutzer für die E-Akte registriert. Weitere 17 Behörden befänden sich in Vorbereitung.

Quelle: dpa

Regionales