Berlin & BrandenburgEisglätte bremst Flüge und Nahverkehr aus

Eis und Schnee haben am Morgen den Berliner Flughafen BER lahmgelegt. Auch im öffentlichen Nahverkehr gibt es Einschränkungen - sowohl in der Hauptstadt als auch in Brandenburg.
Berlin (dpa/bb) - Eisglätte hat für mehrere Stunden den Berliner Flughafen BER lahmgelegt. Aufgrund schnell gefrierenden Regens konnten am Morgen zunächst keine Maschinen vom Hauptstadtflughafen abheben. Aber auch in der Hauptstadt sowie in Teilen Brandenburgs mussten Reisende in Bus und Bahn Geduld mitbringen.
Am späten Vormittag konnte die erste Maschine mit großer Verspätung starten. "Fluggäste brauchen weiterhin Geduld", sagte eine BER-Sprecherin. Es werde noch den ganzen Tag zu Verspätungen oder Streichungen kommen, da wegen der dicken Eisschicht auf den Flugzeugen die Enteisungen doppelt so lang wie üblich bräuchten, so die Sprecherin. Pro Flugzeug könne das bis zu 60 Minuten dauern.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte bis 10.00 Uhr mit einer Unwetterwarnung für Berlin und einen Großteil Brandenburgs vor hoher Glättegefahr durch gefrierenden Regen und Eis gewarnt. Doch bis in die Nacht müsse mit Glätte sowie gefrierendem Regen gerechnet werden. In der Nacht zum Freitag werden die Tiefstwerte laut Wetterdienst zwischen 0 und Minus 3 Grad Celsius liegen. Zum Wochenende hin soll es hingegen etwas milder werden.
Teile der U-Bahn lahmgelegt
Die Witterungsbedingungen machten sich auch im Nahverkehr bemerkbar. In der Hauptstadt konnten für einige Stunden die oberirdischen Abschnitte der U2 und U3 nicht oder nur eingeschränkt befahren werden. Grund war Blitzeis auf den Stromschienen.
Auch der Nahverkehr in Südbrandenburg war beeinträchtigt. Nach Angaben der Verkehrsbetriebe war der ÖPNV in den meisten Regionen unterbrochen, in Cottbus konnten jedoch Busse und Bahnen fahren.
Das Winterwetter wirkte sich zudem auf den Fernverkehr aus. So gab es auf der Strecke zwischen Berlin und Hannover Zugausfälle und Verspätungen. Das Ausmaß sei allerdings geringer als am Mittwoch, sagte eine Bahnsprecherin. Auch im Regionalverkehr in Brandenburg gab es Probleme.
Eisbrecher halten Wasserwege frei
Um Wasserwege für den Gütertransport freizuhalten, waren in der Hauptstadtregion auch Eisbrecher unterwegs. So könnten Heizkraftwerke weiter angefahren werden, sagte ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes Spree-Havel in Berlin. Nach seinen Angaben hat sich eine Eisdicke von bis zu 20 Zentimetern auf den Wasserstraßen gebildet.
Trotz der Glätte begann der Morgen in Berlin und Brandenburg ohne schwere Verkehrsunfälle. Es gebe auf den Straßen Brandenburgs zwar einige Glätte-Unfälle, sagte ein Polizeisprecher. Allerdings seien es meist Blechschäden gewesen. In Berlin seien der Polizei bis 8.00 Uhr 42 Unfälle gemeldet worden. Im Vergleich zur vergangenen Woche seien dies aufgrund des Wetters nur etwas mehr Unfälle.
Parks der Schlösserstiftung bleiben zu
Das Spazierengehen in Parks der Schlösserstiftung in Potsdam und Berlin war wegen der Eisglätte nicht möglich. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg schloss ihre Anlagen vorübergehend. Es müsse mit erheblichen Beeinträchtigungen auf allen Verkehrswegen gerechnet werden, so die Stiftung.
Bereits in den vergangenen Wochen war es in Berlin zu erheblichen Einschränkungen im Nahverkehr gekommen, die Oberleitungen der Straßenbahnen waren infolge von Eisregen eingefroren. Der Tramverkehr der BVG war deswegen teils eingestellt und über Tage eingeschränkt.