Berlin & BrandenburgKünftiger Oberspreewald-Lausitz-Landrat: Mit allen sprechen

Der CDU-Kandidat Erbert hat die Landratswahl in Oberspreewald-Lausitz gewonnen. Doch fast die Hälfte der Wähler hat AfD gewählt. Was plant der künftige Landrat?
Senftenberg (dpa/bb) - Der künftige Landrat im Kreis Oberspreewald-Lausitz, Alexander Erbert, will angesichts seines eher knappen Sieges bei der Landratswahl auch auf Wählerinnen und Wähler der AfD zugehen. "Wir müssen schauen, dass wir dann doch wieder ins Gespräch kommen", sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Das Ziel sei auch, ein Stück weit zusammenzuführen.
Der Gesundheitsdezernent des Kreises hatte sich bei der Stichwahl am Sonntag nach dem vorläufigen Endergebnis mit 53,4 Prozent der Stimmen gegen AfD-Mitbewerberin Antje Ruhland-Führer durchgesetzt. Die AfD-Kandidatin erreichte 46,6 Prozent. Der Brandenburger Verfassungsschutz stuft den AfD-Landesverband als rechtsextremistisch ein. Das Rennen war knapp, Ruhland-Führer lag zwischenzeitlich vorn.
Kreis leidet unter finanziellen Problemen
Der CDU-Politiker tritt sein Amt am 9. Mai unter schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen an. Es gehe um einen Sparkurs, sagte Erbert. "Das ist gar nicht zu verhindern." Geplante oder teils schon fertige Projekte würden geschoben. Er nannte die Sanierung von Schulen oder Straßen als Beispiel.
An Pflichtaufgaben werde nicht gerüttelt. Nötig sei aber zu prüfen, wo Ausgaben gespart und Qualitätsstandards geändert werden könnten. Der Haushalt des Kreises steht wegen Defiziten unter Verwaltung des Landes.
Als ein künftiges Vorhaben nannte Erbert den Bau einer neuen Förderschule für geistig behinderte Kinder in Senftenberg. "Die wird in diesem Jahr hoffentlich vorangehen und im nächsten Jahr dann in Betrieb genommen werden", sagte er. Der CDU-Politiker kündigte auch eine Großinvestition von 120 Millionen Euro für die Sana-Klinik Niederlausitz an, wenn der Bund zustimme. Es gehe um ein Zentrum für akute Notfallmedizin.
Der künftige Landrat sieht auch große Fortschritte der vergangenen Jahre. Im Lausitzer Seenland werde es in diesem Jahr aus seiner Sicht einen Schub geben. "Mitte des Jahres wird der Sedlitzer See freigegeben", sagte er.
Erbert folgt auf Landrat Siegurd Heinze (parteilos), der nach 16 Jahren im Amt nicht erneut angetreten war. Es war die erste von insgesamt sechs Landratswahlen in diesem Jahr.