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Berlin & Brandenburg Lage in Kliniken wegen Corona angespannt: Patienten verlegt

Ein Hinweisschild mit der Aufschrift

(Foto: Marcus Brandt/dpa/Symbolbild)

Die Corona-Sommerwelle trifft Brandenburgs Kliniken. Einige Häuser geraten ans Limit.

Potsdam (dpa/bb) - Die Corona-Sommerwelle führt in Brandenburg zunehmend zu Belastungen und Einschränkungen im Krankenhaus-Betrieb. Inzwischen kämpfe fast jede Klinik im Land mit erhöhten Ausfällen beim Personal, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Potsdam am Donnerstag. Die Zahl der Patienten, die derzeit mit einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden müsse, habe sich innerhalb von sechs Wochen vervierfacht.

Ende Mai meldete das Gesundheitsministerium 154 Menschen, die mit einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus lagen. Am Donnerstag waren es 545 Patienten, davon waren 38 auf Intensivstationen.

Die Zahlen seien extrem hoch für Ende Juli, meinte der Sprecher. Die Leistungsfähigkeit der Kliniken sei erheblich eingeschränkt, vor allem weil jedes Covid-Bett in erhöhtem Maß Personal und Ressourcen binde. Das Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel habe wegen der angespannten Lage als erstes Haus wieder Patienten verlegen müssen. Das Versorgungsnetzwerk Westbrandenburg zur gegenseitigen Unterstützung der Kliniken sei aktiviert worden. Inzwischen gebe es weitere Kliniken, die Schwierigkeiten bei der Patientenaufnahme signalisierten.

Die Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz lag wie an den zwei vorangegangenen Tagen im lila Bereich - also im Bereich des höchsten Schwellenwerts von über 9. Innerhalb einer Woche wurden demnach pro 100 000 Einwohner rechnerisch 10 Covid-Patienten in Kliniken aufgenommen. Vor einer Woche lag dieser Wert noch bei 7,19. Konkrete Auswirkungen auf die Corona-Maßnahmen hat das Erreichen des Schwellenwerts nicht.

Das Gesundheitsministerium gab die Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstag mit 508,3 an. Am Vortag lag der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern und Woche bei 509, 3. Die Zahl der Covid-19-Fälle habe sich binnen eines Tages um 2460 erhöht, teilte das Ministerium mit. Seit Beginn der Pandemie wurden 877 357 Infektionen in Brandenburg verzeichnet.

Experten gehen jedoch seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zur Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Quelle: dpa

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