Berlin & BrandenburgMehr rechte Straftaten in Brandenburg

Ein Hakenkreuz an einer Synagoge, eine brennende Fackel im Wohnprojekt: Zwischen April und Juni zählte die Polizei über 700 rechte politisch motivierte Straftaten. Die Zahl der Fälle ist gestiegen.
Potsdam (dpa/bb) - In Brandenburg ist die Zahl rechter Straftaten im zweiten Quartal dieses Jahres um rund ein Viertel gestiegen. Von April bis Juni zählte die Polizei 727 rechtsmotivierte Straftaten, teilte Innenminister Jan Redmann (CDU) auf Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Andreas Noack mit. Von Januar bis März wurden 584 Straftaten in diesem Bereich registriert.
Die häufigsten Delikte zwischen April und Juni waren laut Innenministerium das Verwenden verfassungsfeindlicher Kennzeichen wie zum Beispiel von Hakenkreuzen. Die Synagoge in Cottbus etwa war im April mit einem schwarzen Hakenkreuz beschmiert worden, das 1 Meter mal 1,50 Meter groß war. Die Stadt in der Lausitz gilt als ein Zentrum des Rechtsextremismus in Brandenburg.
Mehr Volksverhetzung - mehr Gewaltdelikte
In 76 Fällen ging es bei den Straftaten um Volksverhetzung - dabei gab es einen Anstieg um ein Drittel im Vergleich zum ersten Quartal dieses Jahres, als 57 Fälle von Volksverhetzung gezählt wurden.
24 Mal kam es zwischen April und Juni zu rechtsmotivierter Gewalt. So warfen Unbekannte im April eine brennende Fackel in das Haus eines alternativen Wohnprojektes in Cottbus. Im ersten Quartal 2026 gab es 14 Gewaltdelikte.
Der SPD-Abgeordnete Noack betonte, für eine effektive und flächendeckende Auseinandersetzung mit den Gefahren in Brandenburg sei es notwendig, die Brennpunkte rechtsextremistischer Gewalt frühzeitig zu identifizieren.
Mehr Fälle im zweiten Quartal 2025
Wegen Nachmeldungen werden die Zahlen der Straftaten immer wieder aktualisiert. Von April bis Juni 2025 wurden mit 870 Straftaten im Bereich der politisch motivierten Kriminalität rechts etwas mehr Delikte gezählt als im zweiten Quartal dieses Jahres.
Die politisch motivierte Kriminalität rechts machte im gesamten vergangenen Jahr mit 3.557 Fällen laut Innenministerium fast zwei Drittel des gesamten Aufkommens der politisch motivierten Straftaten aus. Die Zahl sank leicht um 1,9 Prozent im Vergleich zum Jahr davor.