Regionalnachrichten

Berlin & BrandenburgOpferberatung: 358 rassistische und rechte Übergriffe

21.04.2026, 13:34 Uhr
Eine-Berliner-Opferberatung-zaehlt-358-rassistische-und-rechtsextreme-Uebergriffe-im-Jahr-2025
(Foto: Friso Gentsch/dpa)

Beleidigungen und Bedrohungen mit rassistischer Motivation erleben Menschen in Berlin auch in der Öffentlichkeit. Sogar Kinder und Jugendliche sind betroffen, berichtet eine Initiative.

Berlin (dpa/bb) - Die Opferberatung Reachout hat im vergangenen Jahr 358 rassistische oder rechtsextreme Übergriffe auf andere Menschen in Berlin erfasst. 545 Menschen seien dabei bedroht, beleidigt, verletzt oder gejagt worden, wie die Beratungsstelle in ihrer Jahresbilanz mitteilte. Unter den registrierten Opfern seien 43 Jugendliche und 25 Kinder gewesen.

In den vergangenen Jahren lagen die Zahlen in einem ähnlichen Bereich - im Vorjahr 2024 wurden von Reachout 328 derartige Übergriffe gezählt, 2023 waren es 355.

Die Initiative erklärte, es gebe weiterhin eine hohe Dunkelziffer nicht gemeldeter Taten. "Ein Großteil der Taten bleibt der Öffentlichkeit verborgen – dabei ist Rassismus weiterhin das häufigste Tatmotiv." Reachout kritisierte, der Berliner Senat komme seiner Schutzpflicht nicht nach.

Von den 358 Übergriffen seien 208 rassistisch motiviert gewesen, hieß es. Mindestens 37 davon seien antimuslimisch, 28 hätten sich gegen schwarze Menschen gerichtet. In weiteren 71 Fällen hatten die Täter ihre Opfer als politische Gegner im Visier. Bei 65 Fällen ging es demnach um Feindlichkeit gegen Homosexuelle und Transpersonen.

Reachout nennt auch Beispiele: Am 1. April 2025 sollen eine Frau und ihr Kind in Hohenschönhausen vor einem Supermarkt von einem Mann wegen antimuslimischen Rassismus belästigt und bedroht worden sein. Ein Mann wurde im August 2025 in der U-Bahn-Linie 7 von einem anderen Fahrgast rassistisch und homophob beleidigt. Andere Fahrgäste griffen ein und verhinderten einen Angriff. Im Oktober soll der Betreuer eines Kindes mit Behinderung an der Kasse eines Supermarkts von einem Security-Mitarbeiter aus rassistischer Motivation verdächtigt und durchsucht worden sein.

Quelle: dpa

Regionales