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Berlin & BrandenburgRaupen im Spreewald: Schwierige Situation für Urlaubsregion

13.07.2026, 14:18 Uhr
Umweltministerin-Hanka-Mittelstaedt-und-Verkehrsminister-Robert-Crumbach-informieren-betroffene-Buerger-ueber-die-Sperrung-einzelner-Wasserwege-im-Unterspreewald

Giftige Brennhaare von Raupen, gesperrte Wasserwege, verärgerte Bürger: Der Eichenprozessionsspinner trifft einen Teil des Spreewalds hart. Die Sorge in der Tourismusbranche ist groß.

Schlepzig (dpa/bb) - Die Sperrung von Wasserwegen im unteren Spreewald wegen des Eichenprozessionsspinners bringt die Urlaubsregion nach Worten von Verkehrsminister Robert Crumbach in eine schwierige Situation. Die Hauptsaison in den Sommerferien sei der denkbar schlechteste Zeitpunkt für eine solche Sperrung, sagte der SPD-Politiker im Spreewaldort Schlepzig vor Bürgern und Touristikern, die teils verärgert reagierten. Aber der Schritt sei dennoch notwendig, "weil Gefahr für Leib und Leben besteht, weil die Wasserwege einfach nicht mehr sicher sind".

Paddelboot-Verleiher etwa beklagten, dass ihr Geschäft eingeschränkt sei und Urlauber ihre Aufenthalte stornierten. Nun sollen die gesperrten Fließe im unteren Spreewald rasch kontrolliert und Forst-Mitarbeiter in Schutzanzügen und mit Maske Sicherungsarbeiten an Bäumen durchführen. Nach und nach sollen die Gewässer dann wieder freigegeben werden, kündigten Crumbach und Umweltministerin Hanka Mittelstädt (SPD) an.

Begünstigt durch den Klimawandel und durch die warmen Temperaturen sei die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners extrem nach oben geschnellt, sagte Umweltministerin Mittelstädt. Sie sprach sich dafür aus, im kommenden Frühjahr großflächig ein Biozid zur Bekämpfung der Raupe des Nachtfalters einzusetzen. Bis zum Herbst dieses Jahres werden ihr zufolge zunächst landesweit Daten zum Befall in Brandenburg erfasst und die Vorbereitungen für den Einsatz im nächsten Jahr in die Wege geleitet.

In dem betroffenen Gebiet im unteren Spreewald besteht die Gefahr, dass Bäume umstürzen und Äste abbrechen. Die Behörden hätten die Sicherungsarbeiten entlang der Gewässer wegen des Eichenprozessionsspinners zum Schutz ihrer eigenen Gesundheit einstellen müssen. Die giftigen Brennhaare, die die Raupen hinterlassen, könnten auch jetzt noch Gesundheitsbeschwerden auslösen.

Die Sperrung betrifft einen kleinen Teil der Wasserwege im Spreewald. Laut Verkehrsministerium sind von insgesamt 1.600 Kilometer Fließen etwa 45 Kilometer betroffen.

Die winzigen Brennhaare der Raupen dieses Nachtfalters enthalten ein Nesselgift und können bei Kontakt Hautreizungen mit starkem Juckreiz und Quaddeln auslösen. Augenreizungen, Husten oder asthmaartige Beschwerden sind möglich.

Quelle: dpa

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